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Impfung gegen Corona: Wann sind Menschen mit Diabetes dran?

Die Corona-Impfungen laufen – die Impfverordnung wurde bereits mehrfach geändert. Wann sind Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes an der Reihe? Was müssen sie beachten? Wir geben Antworten

von Alexandra von Knobloch, aktualisiert am 12.04.2021

Wann erhalten Menschen mit Diabetes die Corona-Impfung?

 

Grundsätzlich orientiert sich die Dringlichkeit einer Impfung momentan in erster Linie am Alter, aber auch an Vorerkrankungen und an den beruflichen Tätigkeiten. Bei Diabetes gibt es Gründe für eine höhere Dringlichkeit einer Corona-Schutzimpfung, darunter vor allem höhere Langzeitzuckerwerte: HbA1c ≥ 7,5%. Die Bundesregierung bezeichnet in ihrer Impfverordnung diese höheren  HbA1c-Werte als "Diabetes mellitus mit Komplikationen".

Derzeit laufen generell Impfungen in den ersten beiden Prioritätsgruppen, zu denen – bezogen auf das Lebensalter – Menschen ab 70 Jahre gehören (Diese Reihenfolge gilt bei der Impfung).

Darüber hinaus steht es den Bundesländern frei – abweichend von der an sich strengen Impfreihenfolge – Menschen aus der Gruppe der 60- bis 69-Jährigen zu impfen, sofern diese bereit sind, sich den Impfstoff von AstraZeneca verabreichen zu lassen. In dieser "Gruppe 3 - Erhöhte Priorität" sind auch die Menschen mit gut eingestelltem Typ-1- oder Typ-2-Diabetes eingestuft (HbA1c < 7,5%.), die ansonsten gesund sind.

Warum verläuft die Corona-Impfung stufenweise?

Der Impfstoff wird so verteilt, dass die Menschen, die am stärksten durch Covid-19 bedroht sind, zuerst geimpft und geschützt werden. Ziel ist es, dass so wenige Menschen wie möglich schwer an Covid-19 erkranken oder sterben. Die Auswertung der verfügbaren Pandemie-Daten hat ergeben, dass die Risiken durch Corona ganz überwiegend vom Alter abhängen. Besonders Hochbetagte, die häufig unter Vorerkrankungen leiden, sind gefährdet. Darum ist eine Altersabstufung ein wesentlicher Faktor im nationalen Impfplan. Menschen mit gut eingestelltem Typ-1- oder Typ-2-Diabetes (HbA1c < 7,5%), die ansonsten gesund sind, befinden sich in der 3. Impfgruppe von insgesamt 4, in der auch Personen im Alter ab 60 Jahren geimpft werden.

Wie beeinflussen Diabetes und andere Erkrankungen die Einstufung zur Corona-Impfung?

Typ-1- oder Typ-2-Diabetes gilt als Grund für eine Impfung mit "hoher Priorität" in Gruppe 2, sofern der Langzeitzuckerwert (HHbA1c) höher liegt als 7,5. Die Bundesregierung spricht in diesem Zusammenhang von einem "Diabetes mellitus mit Komplikationen".

Auch bei besseren Langzeitzuckerwerten gibt es Erkrankungen, von denen Diabetiker häufiger betroffen sind, die zu einer Eingruppierung in die Impfung mit "hoher Priorität" führen. Dazu zählen insbesondere starkes Übergewicht (Adipositas ab einem Body-Mass-Index von 30) sowie chronische Nierenleiden. Bei Menschen, die gleichzeitig mit dem Diabetes an anderen chronischen Erkrankungen wie etwa Vorhofflimmern oder Herzschwäche leiden, kann es eine Einzelfallentscheidung auf Basis eines ärztlichen Gutachtens geben. Grundsätzlich kann es sinnvoll sein, sich mit dem Hausarzt abzustimmen, wenn Sie neben dem Diabetes an einer weiteren Krankheit leiden. Die meisten Menschen mit Diabetes und zusätzlichen Erkrankungen haben aber ohnehin allein wegen ihres höheren Alters die Möglichkeit, sich bald impfen zu lassen.

Wie bekomme ich einen Termin für die Corona-Impfung?

Bei der Vergabe der Impftermine geht leider jedes Bundesland unterschiedlich vor. Manchmal sind Telefonhotlines eingerichtet, oder man muss sich über eine Seite im Internet anmelden. Nur in einigen Regionen erhalten zumindest Hochbetagte ab 80 Jahren eine Einladung per Brief. Wer sich gegen Corona impfen lassen möchte, muss sich daher über die Medien oder bei seiner Kommune erkundigen, wie die Terminvergabe für ihn geregelt ist.

Geimpft wird momentan überwiegend in sogenannten Impfzentren, die in allen Landkreisen und größeren Städten eingerichtet sind. Lediglich zu den Menschen, die in speziellen Einrichtungen wie Heimen für Senioren oder Demenzkranke leben, kommen Impfteams in die Wohnung. Inzwischen impfen auch die Hausärzte. Sie haben dafür aber zunächst nur wenige Impfdosen zur Verfügung.

Wie läuft die Corona-Impfung ab?

Der Ablauf richtet sich nach dem Impfstoff, den Sie bei der ersten Immunisierung erhalten. Derzeit nutzt Deutschland zwei sogenannte m-RNA-Impfstoffe von BionTech und Pfizer sowie von Moderna. Außerdem ist ein sogenannter Vektorimpfstoff von AstraZeneca in Verwendung. Um den bestmöglichen Impfschutz zu erzielen, sind zwei Spritzen in einem bestimmten zeitlichen Abstand nötig. Der Impfstoff der Firmen BionTech und Pfizer soll nach mindestens 21 Tagen erneut verabreicht werden. Beim Moderna-Impfstoff erhält man die zweite Dosis nach mindestens 28 Tagen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut rät dazu, auf keinen Fall mehr als 42 Tage zwischen der ersten und der zweiten Impfung vergehen zu lassen. Beim AstraZeneca-Impfstoff soll die zweite Immunisierung möglichst 12 Wochen nach der ersten erfolgen. Der AstraZeneca-Impfstoff kommt seit 31.3. nur noch bei Menschen ab 60 Jahren zum Einsatz. Zur Zweitimpfung von Menschen unter 60 Jahren, die bereits die erste Dosis AstraZeneca erhalten haben, soll ein mRNA-Impfstoff benutzt werden. Die STIKO hat dies empfohlen und damit auf die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den sehr seltenen, aber schweren Nebenwirkungen – speziellen Thromboseformen in den Hirnvenen – reagiert. Diese sind 4 bis 16 Tage nach der Impfung ganz überwiegend bei Frauen im Alter unter 60 Jahren aufgetreten; daher die Altersgrenze.

Wenn Sie überlegen, beim Hausarzt gleich noch andere Impfungen auffrischen zu lassen, sollten Sie einen Mindestabstand von 14 Tagen vor und nach Beginn Ihrer Corona-Impfung einhalten.

Menschen, die bereits eine SARS-CoV-2-Infektion hinter sich haben, sollen frühestens ein halbes Jahr nachdem die Infektion diagnostiziert wurde, gegen Corona geimpft werden – und dabei nur eine Dosis erhalten.

Was sollte ich als Diabetiker noch beachten?

Menschen mit Diabetes leiden überdurchschnittlich oft auch an Erkrankungen, gegen die sie Gerinnungshemmer (Antikoagulanzien, umgangssprachlich Blutverdünner) einnehmen. Falls Sie diese Medikamente einnehmen, sollten Sie das Impfteam vorab darüber informieren, damit es Sie mit einer besonders feinen Nadel impft, die das Nachbluten minimiert.

Wichtig ist, dass man nach der Impfung mindestens zwei Minuten mit einer Kompresse Druck auf die Impfstelle ausübt. Menschen, die schon einmal allergisch auf eine Impfung, ein Medikament oder ein bestimmtes Lebensmittel reagiert haben, sollten dies dem Impfteam mitteilen, besonders wenn es sich um eine schwere allergische Reaktion (Anaphylaxie bis hin zum Kreislaufschock) gehandelt hat. In der Regel ist eine Impfung dennoch möglich. Zur Sicherheit erfolgt im Anschluss jedoch eine vorübergehende Überwachung (bis zu 30 Minuten). Die Mitarbeiter in den Impfzentren und Arztpraxen sind dafür ausgebildet und ausgerüstet, hier im Notfall richtig helfen zu können.

Schwere allergische Reaktionen, die ärztlicher Hilfe bedurften, sind bisher im Rahmen einer Corona-Impfung nur in seltenen Fällen aufgetreten. Falls nach der Gabe der ersten Impfung doch eine schwere allergische Reaktion auftritt, sollte die zweite Impfdosis nicht verabreicht werden.

Menschen, die einige bis 16 Tage nach der Impfung mit AstraZeneca dauerhaft starke Kopfschmerzen bekommen oder punktförmige blaue Flecken unter der Haut feststellen, sollten sofort einen Arzt aufsuchen.


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