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Krankenpflegerin mit Typ-1: "Ich mache nach wie vor Diabetes-Schulungen"

Eva-Maria D. (55) hat Typ-1-Diabetes. Sie arbeitet als Diabetesberaterin auf der Kinder-Diabetes-Station bzw. in der Ambulanz des Universitätsklinikums Dresden. Hier erklärt sie, was ihre Arbeit während der Corona-Pandemie bedeutet

von Isabelle Fabian, 08.09.2020

Interview Diabetes

Seit 2012 arbeitet Eva-Maria D. als Diabetesberaterin auf der Kinder-Diabetes-Station bzw. in der Ambulanz des Universitätsklinikums Dresden. Sie betreut Kinder, die neu an Diabetes Typ 1 erkrankt sind, schult sie und die Eltern, berät und begleitet manche ihrer kleinen Patienten, wenn sie wieder zu Hause sind. Seit mehr als 25 Jahren ist die gelernte Kinderkrankenschwester selbst insulinpflichtig, ihren Blutzucker managt sie mit Pumpe und CGM. Ihren Job an den Nagel zu hängen käme für Eva-Maria D. nie infrage. Hier erklärt sie, was ihre Arbeit während der Corona-Pandemie bedeutet:

Wie sieht Ihr Tagesablauf im Krankenhaus aus?

Fast genauso wie vor der Pandemie, nur dass die Hygienemaßnahmen noch verschärft wurden. Ich mache nach wie vor Diabetes-Schulungen für Kinder und Eltern. Nur muss ich jetzt immer einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Ich könnte noch eine Glasscheibe zwischen mir und den Patienten anbringen lassen, aber das finde ich nicht passend. Wenn wir etwa das Spritzen üben oder ich ein Kind tröste, dann lässt sich der Mindestabstand nicht oder nur schlecht einhalten. Mein Job bedeutet, für meine Schützlinge da zu sein. Das geht nur mit Nähe.

Haben Sie Angst, sich bei Ihrer Arbeit mit dem Coronavirus zu infizieren?

Das, was man über Covid-19 hört, schürt Angst auch in uns. Manchmal kann man es wegstecken, manchmal nicht. In der Klinik gibt es viel Publikumsverkehr, dafür wird mehr auf die Einhaltung der Hygienemaßnahmen geachtet als irgendwo außerhalb. Generell halte ich mich an alle Anweisungen, desinfiziere regelmäßig meine Hände und fasse Klinken so wenig wie möglich an.

Sehen Sie sich als Mensch mit Diabetes in der Risikogruppe?

Ich habe keine gravierenden Folgeerkrankungen, bin nicht übergewichtig, allerdings schon 55. Im Prinzip habe ich kein höheres Risiko als jemand, der keinen Diabetes hat. In einer Klinik bei Dresden haben sich allerdings auch Krankenschwestern angesteckt. Einige davon hat es arg getroffen. Solche Fälle beunruhigen natürlich. Hier in der Ambulanz gab es aber noch niemanden, der Covid-19 hatte, weder Patienten noch Kollegen.

Gab es im Job mal eine brenzlige Situation wegen Ihrer Diabeteserkrankung?

Es gab Höhen und Tiefen, aber eine wirklich schwere Unterzuckerung hatte ich im Job noch nie. Trotzdem schwankt mein Blutzucker. Dank meiner Pumpe habe ich das aber gut im Griff. Und mit einem Blutzuckerlangzeitwert (HbA1c) von unter 7 mmol/l kann ich sehr zufrieden sein.


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