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Wie Sie mit Diabetes eine Quarantäne gut überstehen

In Zeiten der Corona-Pandemie können Behörden eine 14-tägige häusliche Quarantäne für Verdachtsfälle anordnen. Auch wer selbst meint, dass er sich angesteckt haben könnte, sollte das Haus zwei Wochen nicht verlassen. Was bedeutet das für Menschen mit Diabetes?

von Dr. Caroline Mayer, 21.03.2020

Die Zahlen der Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 und der daraus resultierenden Lungenerkrankung Covid-19 steigen in Deutschland täglich. Um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen, sollten Menschen in jedem Fall bis zu zwei Wochen zuhause bleiben und sich von Gesunden isolieren, wenn sie:

  • in den vergangenen Tagen in einem Risikogebiet waren
  • Kontakt zu einem nachweislich Infizierten hatten oder
  • typische Symptome (vor allem Fieber, Husten, Durchfall) bei sich feststellen

Die so genannte häusliche Quarantäne kann in bestimmten Fällen sogar vom Gesundheitsamt angeordnet werden.

Was bedeutet häusliche Quarantäne?

Wer vom Gesundheitsamt aufgrund eines Corona-Verdachts in die häusliche Quarantäne geschickt wird, darf das Haus für einen bestimmten Zeitraum nicht verlassen (meistens 14 Tage) und muss sich von gesunden Menschen fern halten. In dieser Zeit ist es nach den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) nötig, dass die Betroffenen für das Gesundheitsamt erreichbar sind, regelmäßig Fieber messen und ein Symptomtagebuch führen. Diese Auflagen sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wer sich nicht daran hält und erwischt wird, kann vom Gesundheitsamt angezeigt werden. Dann drohen empfindliche Strafen. Menschen, die sich freiwillig in Quarantäne begeben, ohne ein offizieller Verdachtsfalls zu sein, werden nicht kontrolliert.

Was brauchen Menschen mit Diabetes während einer Quarantäne?

Zwar sind in Deutschland trotz zahlreicher Ausgangsbeschränkungen Supermärkte, Drogeriemärkte und Apotheken weiterhin geöffnet. Menschen, denen eine Quarantäne angeordnet wird, dürfen aber nicht mehr selbst einkaufen gehen. Deswegen kann es sinnvoll sein, sich rechtzeitig einen Vorrat für 14 Tage zuzulegen. Am besten ist es, wenn Familienmitglieder oder Freunde diese Einkäufe erledigen.

Menschen mit Diabetes brauchen für die Zeit der Quarantäne aber nicht nur Lebensmittel und Hygieneartikel, sondern auch ausreichend Medikamente. Sie sollten außerdem wichtige Telefonnummern und Dokumente bereithalten.

Die Deutsche Diabetes-Hilfe empfiehlt Diabetikern auf ihrer Webseite zur Vorbereitung einer Quarantäne folgende Maßnahmen:

  • Die wichtigsten Telefonnummern auf einen Blick zusammenstellen: Hausarzt, Diabetologe, Kinderarzt, ärztlicher Bereitschaftsdienst (116 117), Gesundheitsamt, evtl. auch die Nummern von Apotheke, Angehörige, Nachbarn
  • Aufschreiben, welche Diabetes-Medikamente in welcher Dosierung benötigt werden und überprüfen, ob genügend Medikamente, Teststreifen, Sensoren und Desinfektionsmittel im Haus sind
  • Mit etwas mehr Insulin als normalerweise rechnen, da eine Infektion den Glukose-Haushalt durcheinanderbringen kann
  • Für den Fall einer Unterzuckerung dafür sorgen, dass genug schnelle Kohlenhydrate wie Traubenzucker, Saft oder Gummibärchen griffbereit sind

Falls ein Klinikaufenthalt nötig werden sollte, ist es empfehlenswert, den Gesundheitspass Diabetes und Diabetes-Tagebücher (falls vorhanden) immer bei sich zu haben. So können Ärzte und Pflegekräfte im Krankenhaus gleich sehen, wie die Glukosewerte eingestellt sind.

Allerdings: Niemand muss bei einer Ansteckung mit Corona sofort ins Krankenhaus. Nur wenn sich Betroffene sehr schlecht fühlen, sollten sie mit ihrem Hausarzt oder dem ärztlichen Bereitschaftsdienst besprechen, ob eine Einweisung sinnvoll ist. Sollten sich die Symptome im Laufe der Tage deutlich verschlechtern und zum Beispiel Atemnot bzw. Kurzatmigkeit dazukommen, ist rasche ärztliche Hilfe und oft auch die Einweisung ins Krankenhaus notwendig.

Wie verhalte ich mich in der Quarantäne richtig?

Der Sinn der Quarantäne ist, andere vor einer Ansteckung zu schützen. Daher sollten sich Betroffene während einer Quarantäne strikt an die Hygieneempfehlungen halten – insbesondere wenn sie Kontakt zu Menschen haben, die sie versorgen. Das heißt vor allem:

  • Die Hände häufig und gründlich waschen
  • Nur in ein Taschentuch husten oder niesen. Falls das nicht möglich ist: in die Armbeuge  
  • Niemandem die Hand geben
  • Mindestens zwei Meter Abstand von anderen halten, vor allem, wenn man etwas zu besprechen hat: Die Corona-Viren können auch mit Speicheltröpfchen übertragen werden, die bei "feuchter Aussprache" durch die Luft fliegen. Wer nachweislich infiziert ist, kann in solchen Situationen auch einen Mundschutz tragen – falls er einen hat – oder sich z.B. ein Tuch vors Gesicht binden. Das verringert die Wahrscheinlichkeit, dass Speicheltröpfchen verschleudert werden

Wer einen ärztlichen Rat benötigt, sollte sich immer zuerst telefonisch informieren und nicht unangemeldet eine Arztpraxis oder ein Krankenhaus aufsuchen.


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