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Wieder sportlich nach Corona

Die Corona-Pandemie hat viele Menschen an ihrem Sport 
gehindert, viele fauler gemacht. Ein Sportexperte gibt Tipps, wie der Einstieg in mehr Bewegung gelingt

von Elisabeth Hussendörfer und Beatrice Sobeck, 26.07.2021

Schwimmbäder zu, keine Yogastunde, kein Fußballtraining, kein Tanzkurs mehr: Mit dem ersten Corona-Lockdown im März 2020 standen knapp 40 Millionen Mitglieder von Sportvereinen und Fitnessstudios lange Zeit vor geschlossenen Türen. Das Ergebnis: Viele wurden zu Sportmuffeln. Gerade für Menschen mit Diabetes kann das aber gravierende Folgen haben. Denn regelmäßige Bewegung beeinflusst, ebenso wie die Ernährung, die Stabilität des Blutzuckerspiegels. Wie gelingt also der Einstieg in mehr Bewegung? Unsere Expertentipps für den fitten Alltag helfen Ihnen dabei.

1. Zum ärztlichen Check

Bevor Sie sportlich wieder aktiv werden, ist ein Arztbesuch vorab sinnvoll. "Besonders Risiken, die mit Gefäßschäden einhergehen, und orthopädische Probleme sollten ausgeschlossen werden", sagt Arzt und Sportwissenschaftler Dr. Markus de Marées von der Ruhr Universität Bochum. Doch selbst wenn Probleme bestehen, ist Sportverzicht der falsche Weg: Das richtige Maß an Bewegung hilft langfristig gegen Gefäßschäden und stärkt Muskeln, Knochen und Gelenke. Ideal ist eine Mischung aus Ausdauer- und Kraftsport.

2. Starten nach dem Lustprinzip

"Freude an Bewegung kommt mit der Bewegung", sagt Marées. Vieles ist trotz Corona machbar: Walken, Radfahren, Wandern oder Gymnastik und Yoga brauchen weder Fitnessstudio noch andere Mitstreiter. "Wichtig ist, klein, aber regelmäßig zu starten", betont der Experte. Also lieber täglich 20 Minuten spazieren gehen, als am Wochenende einen Wandermarathon zu bestreiten. "Schon nach kurzer Zeit stellt sich ein positiver Effekt ein", macht der Sportmediziner Mut.

3. Blutzucker im Blick

Sport senkt den Blutzuckerspiegel – 
wie stark, variiert von Mensch zu Mensch. Wie sich Bewegung auf Ihren Blutzucker auswirkt, stellen Sie fest, indem Sie Ihre Werte regel­mäßig überprüfen. "Messen Sie vorher, währenddessen und hinterher", rät Markus de Marées. Im Gespräch mit Arzt oder Ärztin kann etwa festgelegt werden, ob die Messintervalle beibehalten oder verändert werden können und ob blutzuckersenkende Medikamente angepasst werden müssen, um Unterzuckerungen während des Sports zu verhindern.

4. Gute Vorbereitung

Fällt unterwegs der Blutzuckerspiegel rapide ab, brauchen Menschen mit Diabetes schnell verfügbare Energie, etwa Traubenzucker in Form von Plättchen oder als Gel aus der Apotheke. Vor allem bei einem Typ-1-Diabetes kann der Blutzuckerspiegel stark schwanken. Wer über einen Notfallausweis verfügt, sollte diesen bei jedem Training bei sich tragen. Praktisch sind sogenannte Activity Tracker mit Unfallfunktion. Per Knopfdruck oder automatisch wird die hinterlegte Telefonnummer gewählt.

5. Körpersignale beachten

Sinkt der Blutzuckerspiegel bedroh­lich, macht sich das oft im Vorfeld bemerkbar. "Anzeichen einer Unterzuckerung können innere Unruhe, Konzentrationsschwierigkeiten oder starkes Schwitzen sein", sagt der Sportwissenschaftler. Vor allem Menschen mit Typ-1-Diabetes werden mit zunehmender Dauer der Erkrankung allerdings weniger sensibel für solche Alarmzeichen und auch beim Sport fallen die Warnzeichen generell womöglich schwerer auf. Um diese wieder besser wahrzunehmen, kann eine Unterzucker-Wahrnehmungs-Schulung helfen.


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