Diabetes mellitus Typ 1

Hier finden Sie Informationen über Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung des Typ-1-Diabetes
aktualisiert am 08.05.2017

Moderne Therapien ermöglichen ein fast normales Leben bei Typ-1-Diabetes

Thinkstock/iStockphoto

Was ist ein Typ-1-Diabetes?

Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunkrankheit, bei der Betroffene kein oder nur kaum eigenes Insulin produzieren. Sie müssen es deswegen spritzen, um akute Stoffwechselentgleisungen sowie langfristige Folgeschäden zu verhindern.

Der Typ-1-Diabetes bildet sich oft schon im Kindes- und Jugendalter. Rund 300.000 Menschen in Deutschland leben Schätzungen zufolge mit Typ-1-Diabetes. Verlässliche Zahlen gibt es aber nicht, da Diabetes keine meldepflichtige Krankheit in Deutschland ist.

Welche Ursachen hat ein Typ-1-Diabetes?

Ein Typ-1-Diabetes entsteht, wenn das körpereigene Immunsystem, das in erster Linie der Abwehr krankmachender Keime dient, sich gegen die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse richtet und diese zerstört. Die Gründe dafür sind noch unklar. In der Folge kommt es oft innerhalb kurzer Zeit zum Ausbleiben der Insulinproduktion.

Das Hormon Insulin hat die Aufgabe, den mit der Nahrung aufgenommenen Zucker aus dem Blut in die Zellen zu schleusen, die ihn zur Energiegewinnung benötigen. Bei Insulinmangel sammelt sich der Zucker im Blut an – der Blutzuckerspiegel steigt.

Ohne Insulinzufuhr von außen kommt es innerhalb zu einer schweren Stoffwechselentgleisung, einer Ketoazidose. Diese kann ohne Gegenmaßnahmen tödlich enden. Auf Dauer können erhöhte Blutzuckerwerte zudem die Blutgefäße, Nerven und zahlreiche Organe schädigen.

Welche Symptome hat ein Typ-1-Diabetes?

Zu Beginn verursacht ein Typ-1-Diabetes keine Beschwerden. Erst wenn die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse schon stark eingeschränkt ist, können sich bestimmte typische Symptome zeigen:

  • Starker Harndrang und vermehrter Durst
  • Schnelle Gewichtsabnahme
  • Müdigkeit
  • Azetongeruch in der Atemluft (erinnert an Nagellackentferner oder fauliges Obst)

Wie wird ein Typ-1-Diabetes behandelt?

Betroffene benötigen regelmäßig Insulin, um ihren Blutzuckerwerte zu regulieren. Die meisten spritzen es mithilfe eines Pens, einem füllfederhalterähnlichen Injektionsgerät. Eine Minderheit der Patienten trägt eine Insulinpumpe. Diese wird am Körper getragen und gibt laufend eine kleine Menge an Insulin ins Blut ab. Das zu den Mahlzeiten benötigte Insulin lässt sich zudem mittels Knopfdruck abgeben. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für dieses Therapiegerät in bestimmten Fällen.

Der Großteil der Betroffenen geht bei der Behandlung ihres Typ-1-Diabetes nach dem Schema der intensivierten Insulintherapie (ICT) vor. Bei dieser spritzen sie ein- bis zweimal täglich ein langwirkendes Insulin. Zusätzlich gibt es zu den Mahlzeiten jeweils eine Dosis schnelles Insulin. Das Verfahren erlaubt eine flexible Planung des Alltags und hat deswegen starrere Spritzschemen als Standard in der Diabetestherapie abgelöst.

Zusätzlich zur Insulingabe müssen Patienten regelmäßig ihren Blutzucker überprüfen und den Kohlenhydratgehalt ihrer Mahlzeiten abschätzen, um die dadurch benötigte Insulinmenge berechnen zu können. Diese Grundlagen lernen sie in aller Regel nach der Diagnose im Rahmen einer Schulung. Bei Kindern sollten unbedingt beide Elternteile sich das nötige Wissen für den Alltag mit Typ-1-Diabetes aneignen.

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Unterschied zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes

Im Gegensatz zum Typ-1-Diabetes ist der Typ-2-Diabetes, der mit rund sieben Millionen Betroffenen in Deutschland die weitaus häufigere Diabetesform darstellt, nicht Folge eines Insulinmangels, sondern einer verringerten Insulinempfindlichkeit der Körperzellen (Insulinresistenz). Zumindest anfangs ist meist noch genügend Insulin vorhanden, allerdings wirkt dieses nicht richtig, so dass der Zucker sich in den Blutgefäßen anstaut. 

Die Hauptursachen eines Typ-2-Diabetes sind erbliche Veranlagung, Übergewicht und Bewegungsmangel. Während der Typ-1-Diabetes eher in jüngeren Jahren entsteht, entwickelt sich ein Typ-2-Diabetes oft erst im fortgeschrittenen Alter bei Patienten. Außerdem bildet der Typ-2-Diabetes sich meist schleichend über viele Jahre hinweg, während die Autoimmunreaktion bei Typ-1-Diabetes oft bedeutend schneller abläuft.

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Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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