Autoimmunerkrankung

Bei einer Autoimmunerkrankung richtet sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper. Auch Typ-1-Diabetes liegt eine solche Autoimmunreaktion zugrunde

aktualisiert am 20.06.2017
Mädchen beim Insulin spritzen

Typ-1-Diabetes: Die Autoimmunkrankheit entsteht oft im Kindesalter


Das Immunsystem im menschlichen Körper hat die Aufgabe, Krankheitserreger und andere Fremdkörper abzuwehren. Manchmal hält das Abwehrsystem aber Strukturen des eigenen Organismus irrtümlicherweise für unerwünschte Eindringlinge und bildet Abwehrstoffe dagegen (sogenannte Autoantikörper). Dadurch ausgelöste weitere Immunvorgänge heißen Autoimmunreaktion. Eine damit verbundene Erkrankung wird als Autoimmunkrankheit bezeichnet.

Auch der Typ-1-Diabetes, im Vergleich zum Typ-2-Diabetes die deutlich seltenere der beiden Hauptdiabetesformen, gehört zu den Autoimmunerkrankungen. Die Abwehrkräfte des Körpers zerstören dabei die Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die das Hormon Insulin herstellen. Die genauen Ursachen für diese Autoimmunreaktion sind noch unklar.

Als Folge der Zerstörung der Beta-Zellen verfügen Patienten über kaum oder gar kein eigenes Insulin. Da das Hormon die Aufgabe hat, den Zucker aus dem Blut in die Zellen zu schleusen, staut sich dieser im Blut an. Patienten müssen sich von außen damit versorgen, in der Regel indem sie es spritzen.

Weitere Autoimmunerkrankungen sind zum Beispiel Hashimoto-Thyreoiditis, bei der Autoantikörper die Schilddrüse schädigen, oder Zöliakie. Diese Krankheit, bei der Betroffene kein Gluten vertragen, tritt bei Patienten mit Typ-1-Diabetes gehäuft auf.