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Diabetes mellitus Typ 1: Ursachen

Bei Typ-1-Diabetes greift das körpereigene Immunsystem Zellen der Bauchspeicheldrüse an. Warum das geschieht, ist noch nicht genau geklärt

aktualisiert am 08.05.2017
Jugendlicher

Ein Typ-1-Diabetes entsteht oft schon im Kindes- und Jugendalter


Ursache des Typ-1-Diabetes ist fast immer eine Autoimmunreaktion. Das bedeutet: Die Abwehrzellen des Immunsystems greifen die Insulin produzierenden Beta-Zellen im eigenen Körper an und zerstören sie. Die Beta-Zellen befinden sich – zusammen mit den Alpha-Zellen, die das Blutzucker erhöhende Hormon Glukagon herstellen – in der Bauchspeicheldrüse. Dieses Organ, das in der oberen Bauchhöhle zwischen Magen, Milz und Leber liegt, gibt die Hormone Insulin und Glukagon direkt ins Blut ab.

Die genauen Hintergründe der Autoimmunreaktion sind nicht bekannt. Möglicherweise fördern bestimmte Umweltfaktoren oder Virusinfektionen die Entstehung eines Typ-1-Diabetes.

Eine gewisse Rolle spielen Erbanlagen. Mittlerweile ist eine Vielzahl von Genen bekannt, die mit der Entstehung eines Typ-1-Diabetes in Verbindung zu stehen scheinen. Doch längst nicht jeder, der ein Elternteil mit Typ-1-Diabetes hat, erkrankt auch selbst. Das Risiko beträgt nur wenige Prozent. Bei rund 90 Prozent der Patienten mit Typ-1-Diabetes ist kein Krankheitsfall in der näheren Verwandtschaft bekannt.

Meist früher Beginn

In der Regel entwickelt sich der Typ-1-Diabetes vor dem 40. Lebensjahr, häufig bereits in Kindheit und Jugendalter. Früher wurde er deshalb auch als Jugenddiabetes (juveniler Diabetes) bezeichnet. Die Autoimmunreaktion verläuft aber zu Beginn ohne Symptome. Die entsprechenden Antikörper lassen sich jedoch mittels Blutuntersuchung schon Monate bis Jahre vor Ausbruch des Diabetes nachweisen.

Sonderform LADA

Eine Sonderform des Typ-1-Diabetes wird mit LADA (latent autoimmune diabetes in adults) bezeichnet. Hierbei handelt es sich um einen meist bei schlanken Erwachsenen auftretenden Diabetes mit besonders milden Symptomen. Er weist Merkmale von Typ-1- und Typ-2-Diabetes auf. So treten die für Typ 1 charakteristischen Autoantikörper auf. Oft wird LADA aber zunächst mit einem Typ-2-Diabetes verwechselt, da wie bei diesem zunächst Tabletten helfen. Nach etwa zwei Jahren benötigen LADA-Patienten meist eine Behandlung mit Insulin.

Typ-1-Diabetes ohne Antikörper

Neben der oben beschriebenen Form des Typ-1-Diabetes (Typ 1a) gibt es eine weitere Form, bei der die Beta-Zellen zerstört werden, ohne dass jedoch Antikörper gegen Insulin oder Teile der Inselzellen nachweisbar sind. Sie wird idiopathischer Typ-1-Diabetes (Typ 1b) genannt. Bislang ist nicht geklärt, welche Ursachen diese Variante des Typ-1-Diabetes auslösen.


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