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Alltag mit Typ-2-Diabetes

Auch abseits der Behandlung bringt der Diabetes oft einige Änderungen mit sich. Ein Überblick

aktualisiert am 16.06.2020

Blutzuckermessen

Viele Menschen mit Diabetes messen regelmäßig ihren Blutzuckerspiegel selbst. Wie häufig, hängt vor allem von der Art der Therapie ab. Wer Insulin spritzt und die Dosis selbst berechnet (ICT), muss mehrmals täglich messen, um seinen Insulinbedarf zu ermitteln. Auch wer gefährdet für Unterzuckerungen ist, sollte bei entsprechenden Anzeichen seinen Zuckerwert bestimmen können. Der dazu nötige Blutstropfen wird in der Regel aus der Fingerkuppe gewonnen. Heute stehen aber auch CGM- und FGM-Geräte zur Verfügung, die fortlaufend den Gewebezucker im Unterhautfettgewebe messen. Ein Vorteil dieser Systeme ist, dass der Pikser in den Finger weitgehend entfällt.

Unterzucker (Hypoglykämie)

Unterzuckerungen oder Hypoglykämien sind eine akute Komplikation bei Diabetes. Gefährdet sind vor allem Patienten, die Insulin spritzen oder Medikamente aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe einnehmen. Unterzuckerungen können auftreten, wenn Patienten etwa zu viel Insulin gespritzt haben. Sinkt der Blutzuckerspiegel im Blut zu tief, können ab etwa 70 mg/dl (3,9 mmol/l) Beschwerden wie Schwitzen, Herzjagen oder Blässe um den Mund auftreten. Bei tieferen Werten kommt es zum Beispiel zu Sprach- und Sehstörungen, Konzentrationsschwächen und in schlimmen Fällen auch zur Bewusslosigkeit. Betroffene benötigen Kohlenhydrate, die sehr schnell ins Blut übergehen, etwa in Form von Traubenzuckerplättchen oder eines zuckerhaltigen Getränks (Limo, Saft).

Die Schwelle, an der Unterzucker-Symptome auftreten, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Vor allem bei längerer Erkrankungsdauer und häufigen Unterzucker-Vorfällen tun sich Betroffene zunehmend schwer, die Warnzeichen rechtzeitig zu bemerken. Dann kann ein Unterzucker-Wahrnehmungstraining helfen.

Soziales und Recht

Bei vielen Fragen des Alltags kann der Diabetes eine Rolle spielen. Zwar können Menschen mit Diabetes die meisten Berufe ohne Probleme ausüben, für manche gibt es jedoch Voraussetzungen, die damit zu tun haben, wie gut der Diabetes eingestellt ist. Auch beim Abschluss von Versicherungen gibt es einiges zu beachten. Aus der Sicht vieler Versicherungsgesellschaften stellen Menschen mit chronischen Erkrankungen ein finanzielles Risiko dar. Darum müssen sie häufig mit zusätzlichen Kosten – sogenannten Risikozuschlägen – rechnen.

Führerschein

Für die meisten Menschen mit Typ-2-Diabetes stellt das Lenken eines Kraftfahrzeugs keine gesonderte Herausforderung dar. Unterzuckerungen können aber die Konzentration und Reaktionsgeschwindigkeit beeinträchtigen – im schlimmsten Fall droht eine Bewusstlosigkeit am Steuer. Gefährdet für eine solche Hypoglykämie sind vor allem Patienten, die Insulin spritzen oder Sulfonylharnstoffe einnehmen. Sie sollten unbedingt dafür sorgen, dass die Werte beim Autofahren nicht zu tief sinken, und beim geringsten Verdacht auf eine Unterzuckerung die Fahrt unterbrechen.

Reisen

Einem ausgedehnten Urlaub steht der Diabetes grundsätzlich nicht im Weg. Es gibt allerdings ein paar Dinge zu beachten: Wer Insulin benötigt, muss zum Beispiel wissen, wie er es sicher transportiert und lagert, damit es nicht zu warm oder zu kalt wird. Und auch mehr Bewegung und eine andere Ernährung im Urlaub wirken sich auf den Blutzucker aus.

Partnerschaft

Viele Paare schaffen es gut, die Zuckerkrankheit mit all ihren Herausforderungen in ihre Partnerschaft zu integrieren. Doch der Diabetes kann auch zu Problemen in der Beziehung führen: wenn zum Beispiel der Partner das Gefühl hat, der Betroffene würde seine Erkrankung vernachlässigen, dieser sich aber vor allem bevormundet fühlt und deshalb abblockt oder sich zurückzieht. Am wichtigsten ist es, offen und respektvoll über solche Schwierigkeiten zu sprechen.

Diabetes im Alter

Auch wenn der Begriff "Altersdiabetes" ausgedient hat: Nach Schätzungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft leben in Deutschland mehr als drei Millionen Menschen mit Typ-2-Diabetes, die älter als 70 Jahre sind. Für sie gelten bei der Behandlung zum Teil andere Regeln als bei jüngeren. Zum Beispiel akzeptieren Ärzte bei Senioren oft höhere Blutzuckerwerte, weil sie Unterzuckerungen vermeiden möchten. Denn diese belasten das Herz und erhöhen das Risiko für Stürze und damit für Knochenbrüche.


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