Diabetes: Verbindung zwischen Typ 1 und Typ 2?

Besteht ein Zusammenhang zwischen dem Typ-2-Diabetes der Oma und dem Typ-1-Diabetes beim Enkel? Ein Arzt erklärt die Zusammenhänge

von Dr. Sabine Haaß, aktualisiert am 20.06.2016

Dass Großeltern einen Zusammenhang zwischen ihrem Typ-2-Diabetes und dem Typ-1-Diabetes ihres Enkels vermuten, kann ich gut verstehen. Dennoch hat dieser den Diabetes nicht von ­ihnen geerbt. Grundsätzlich sind zwar beide Diabetesformen vererbbar, allerdings in sehr unterschiedlichem Ausmaß.

Beim Typ 1 zerstören körpereigene Abwehrzellen die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Die genetische Veranlagung dafür kann zwar von den Eltern geerbt sein. In den meisten Fällen bekommen Kinder betroffener Eltern aber selbst keinen Typ-1-Diabetes. In der Regel ist dieser Folge einer spontanen Genveränderung.

Typ-2-Diabetes dagegen ist in hohem Maße erblich. Wenn enge ­Verwandte Typ-2-Diabetes haben oder hatten, ist die Wahrscheinlichkeit, selbst daran zu erkranken, stark erhöht. Beim Typ 2 wirkt das Insulin infolge einer Insulin­resistenz der Körperzellen nicht richtig. Übergewicht und Bewegungsmangel verstärken die Insulinresis­tenz und gelten als wichtige Auslösefaktoren.

Was der Enkel womöglich von den Großeltern geerbt hat, ist die Anlage für Typ-2-Diabetes. Viel Bewegung und gesunde Ernährung helfen, diese Krankheit zu verhindern. Von einer solchen Lebensweise profitieren auch Menschen mit Typ-1-Diabetes.

Prof. Dr. med. Karsten Müssig

 

 

 

Prof. Dr. Karsten ­Müssig
Deutsches Diabetes-Zentrum und Klinik für  Endokrinologie und Diabetologie, Universitätsklinikum Düsseldorf


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