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Typ-2-Diabetes: Folgekrankheiten

Augen, Nieren, Herz: Typ-2-Diabetes kann an zahlreichen Stellen im Körper Schaden anrichten. Eine Übersicht

aktualisiert am 16.06.2020

Typ-2-Diabetes kann zu zahlreichen Folgekrankheiten führen. Sie sind das Ergebnis von Schäden an den kleinen und großen Arterien und häufig auch den Nerven. Die Wahrscheinlichkeit, diabetesbedingte Folgekrankheiten zu entwickeln, ist schon im Vorstadium des Diabetes (Prädiabetes) erhöht. Deshalb ist es wichtig, Diabetes rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über wichtige Erkrankungen, die zusammen mit Diabetes-Typ-2 oder als dessen Folge auftreten können.

Folgeerkrankungen des Typ-2-Diabetes

Diabetisches Fußsyndrom

Nervenschäden an den Füßen sind ein häufiger Grund für Amputationen. Ist die Schmerzwahrnehmung gestört, bemerken Menschen mit Diabetes Druckstellen oder kleine Verletzungen oft nicht rechtzeitig. Diese können sich dann infizieren. Da oft auch die Durchblutung beeinträchtigt ist, heilen die Wunden zudem schlecht. Es können sich Geschwüre bilden, die tief ins Gewebe reichen und auch die Knochen schädigen. Ohne rechtzeitige Behandlung, etwa eine Wiederherstellung der Durchblutung, kann eine Amputation der Gliedmaße nötig werden.

Diese schweren Folgen lassen sich vermeiden, wenn man seine Füße sorgfältig pflegt und sie regelmäßig auf Veränderungen untersucht. Wichtig ist auch, dass bei geringsten Veränderungen wie zum Beispiel Verhornungen frühzeitig ein Arzt aufgesucht wird.

Diabetische Retinopathie

Erhöhte Blutzuckerwerte schädigen auf Dauer die feinen Blutgefäße der Netzhaut in den Augen. Es kann zu Gefäßaussackungen (Aneurysmen) kommen, aus denen es in die Netzhaut blutet, aber auch zu Gefäßverschlüssen und weiteren Veränderungen. Infolge der Durchblutungsstörung bilden sich neue feine Adern, die allerdings durch Zug an der Netzhaut eine Netzhautablösung auslösen können.

Die sogenannte diabetische Retinopathie ist eine häufige Erblindungsursache. Eingetretene Schäden lassen sich kaum bessern, weshalb regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen beim Augenarzt sehr wichtig sind. Durch eine gezielte Laserbehandlung lässt sich der Verlauf oft stoppen. Außerdem ist es wichtig, für optimale Blutzucker- und Blutdruckwerte zu sorgen und nicht zu rauchen, da sich auch dies ungünstig auf die Netzhaut auswirkt.

Diabetische Neuropathie

Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Brennen in den Füßen sind oft erste Anzeichen eines diabetesbedingten Nervenschadens: der diabetischen Neuropathie. Sie kann alle Nerven treffen. Besonders gefährdet sind jedoch die sensiblen Nerven, die Empfindungen wie Schmerz und Temperatur weiterleiten. In einem späteren Stadium der Erkrankung kommen oft starke Schmerzen hinzu. Auch die autonomen (vegetativen) Nerven, die die inneren Organe versorgen, werden geschädigt. Das kann Störungen der Magen- oder Blasenentleerung, Durchfall oder Erektionsprobleme zur Folge haben.

Gefäßschäden und Durchblutungsstörungen

Damit die Organe unseres Körpers fehlerfrei funktionieren, brauchen sie eine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen aus dem Blut. Ein schlecht eingestellter Diabetes mit erhöhten Blutzuckerwerten kann dazu führen, dass sich die Blutgefäße verändern und sich zum Beispiel durch Ablagerungen verengen. Das stört die Durchblutung und damit die Versorgung der Organe. Durchblutungsstörungen der großen Arterien bezeichnen Ärzte mit dem Fachausdruck Makroangiopathie, Durchblutungsstörungen der kleinen Gefäße (etwa der Netzhaut oder in den Nieren) nennen sie Mikroangiopathie. Je nach Entstehungsort kann eine Durchblutungsstörung verschiedene Folgen für den Körper haben.

Herzinfarkt

Der Herzinfarkt ist eine der häufigsten Todesursachen von Menschen mit Diabetes. Hohe Blutzuckerwerte fördern eine Verkalkung der Arterien (Arteriosklerose). Sind die Herzkranzgefäße davon betroffen, die das Herz mit Blut versorgen, sprechen Ärzte von einer "koronaren Herzerkrankung (KHK)". Verschließt sich ein Gefäß, kommt es zum Herzinfarkt: Der von dem betroffenen Gefäß versorgte Teil des Herzmuskels stirbt ohne rasche Behandlung ab – ein absoluter Notfall.

Warnzeichen sind zum Beispiel Brustschmerzen, die in den Arm oder andere Körperbereiche ausstrahlen können, und ein Engegefühl über der Brust. Dazu können andere Symptome kommen, wie etwa plötzliche Übelkeit und Erbrechen, Schweißausbruch, fahle Gesichtsfarbe, Atemnot und Kreislaufprobleme. Bei Menschen mit Diabetes stehen diese Begleitsymptome mitunter im Vordergrund, da die Brustschmerzen wegen einer Nervenschädigung nicht wahrgenommen werden. Auch bei Frauen oder älteren Menschen bleiben die "typischen" Brustschmerzen häufiger aus.

Wichtig: Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt muss unverzüglich der Notarzt (112) gerufen werden, da akute Lebensgefahr besteht – etwa durch eine plötzlich auftretende, sehr gefährliche Herzrhythmusstörung, das Kammerflimmern.

Schlaganfall

Menschen mit Diabetes haben ein stark erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Der Schlaganfall ist die Folge einer Durchblutungsstörung des Gehirns. Dazu kommt es beispielsweise, wenn eine der beiden Halsschlagadern, die das Gehirn mit Blut versorgen, infolge einer Gefäßverkalkung verstopft ist. Es kann auch passieren, dass sich ein Gerinnsel oder eine Kalkablagerung von einer Gefäßwand ablöst, mit dem Blutstrom ins Gehirn wandert und dort eine Arterie verschließt.

Die Verbesserung der Blutdruckwerte ist neben der Blutzuckereinstellung von zentraler Bedeutung, um einem Schlaganfall vorzubeugen. Ein weiterer häufiger Grund für einen Schlaganfall ist das sogenannte Vorhofflimmern, das bei Menschen mit Diabetes ebenfalls häufiger vorkommen kann. Bei dieser Herzrhythmusstörung, die anfallsweise oder dauerhaft bestehen kann, bilden sich im linken Herzvorhof Blutgerinnsel, die mit dem Blutstrom ins Gehirn verschleppt werden und dort ein Gefäß verstopfen können.

Depression

Menschen mit Diabetes leiden häufiger unter einer behandlungsbedürftigen Depression als Stoffwechselgesunde. Viele weitere von ihnen haben zudem eine Stimmungsstörung wie Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit oder Traurigkeit. Umgekehrt haben auch Menschen mit einer Depression ein erhöhtes Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Die Zusammenhänge zwischen Depression und Diabetes sind nicht vollständig geklärt. Einerseits spielt die psychische Belastung durch eine chronische Krankheit eine Rolle. Andererseits gibt es Hinweise darauf, dass auch Stresshormone wie Cortisol beteiligt sind.

Wenig bekannte Diabetesfolgen

Neben den bereits beschriebenen Erkrankungen kann Diabetes mit einer Vielzahl weiterer Gesundheitsprobleme einhergehen. Oft bringen Betroffene diese aber nicht mit der Zuckerkrankheit in Verbindung. Typische Bindeglieder sind zum Beispiel hohe Blutzuckerwerte, Übergewicht, Schäden an den Nerven oder Fehlsteuerungen des Immunsystems. Bei vielen Krankheiten rätseln Experten allerdings noch, wie sie mit Diabetes in Verbindung stehen.

Begleiterkrankungen des Typ-2-Diabetes

Metabolisches Syndrom

Ein Typ-2-Diabetes besteht häufig gemeinsam mit Bluthochdruck, Übergewicht und Fettstoffwechselstörungen. Mediziner sprechen bei dieser Kombination vom metabolischen Syndrom ("Stoffwechsel-Syndrom").

Diese Krankheiten treten aus mehreren Gründen oft zusammen auf. Unter anderem fördert eine ungesunde Ernährung mit einem zu hohen Anteil von Zucker und stark verarbeiteten Kohlenhydraten, wie sie für Weißmehl- und Fertigprodukte typisch sind, die Entwicklung von Übergewicht. Denn diese Lebensmittel treiben den Insulinspiegel besonders hoch. Insulin wiederum fördert als "Masthormon" die Einlagerung überschüssiger Energie in Fettgewebe. Auch an der Entwicklung von Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck haben entsprechende Ernährungsgewohnheiten einen wichtigen Anteil.

Bluthochdruck

Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes treten oft zusammen auf. Der Grund dafür sind gemeinsame Risikofaktoren, die die Entstehung beider Krankheiten begünstigen: Übergewicht und Bewegungsmangel können sowohl den Blutzucker als auch den Blutdruck in den Gefäßen ansteigen lassen. Auch erhöhte Insulinspiegel wirken sich auf den Blutdruck ungünstig aus – vermutlich, weil sie die Salzausscheidung über die Nieren hemmen.

Das gemeinsame Auftreten von Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um ein Vielfaches. Wer seine Blutdruckwerte verbessert, kann sein persönliches Risiko deutlich senken. Maßnahmen gegen Bluthochdruck – wie eine gesunde Ernährung mit dem Abbau von Übergewicht sowie regelmäßige Bewegung – sind bei Typ-2-Diabetes außerdem doppelt effektiv, weil sie auch positiv auf den Blutzucker wirken.

Fettstoffwechselstörungen

Bei einer Fettstoffwechselstörung weicht die Zusammensetzung der Fette im Blut von der Norm ab: Der Gesamtcholesterinspiegel kann erhöht sein, ebenso der Anteil am LDL-Cholesterin oder an Triglyzeriden. Außerdem kann der Wert des HDL-Cholesterin, das als vorteilhaft gilt, zu niedrig sein. Oft liegt eine Kombination aus mehreren dieser Faktoren vor.

Ungünstige Blutfettwerte erhöhen das Risiko für Ablagerungen an den Gefäßwänden, die einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall verursachen können. Für Menschen mit Diabetes ist es deshalb besonders wichtig, Fettstoffwechselstörungen in den Griff zu bekommen.

Fettleber

Etwa jeder dritte Erwachsene hierzulande hat eine Fettleber. Sie tritt häufig zusammen mit Typ-2-Diabetes auf, denn beide Erkrankungen haben einen bedeutenden gemeinsamen Risikofaktor: eine ungesunde Ernährung, die zu viel Zucker und zu viele stark verarbeitete Kohlenhydrate enthält und zu Übergewicht und Fetteinlagerungen in der Leber führt. Treten Fettleber und Typ-2-Diabetes zusammen auf, befeuern sie sich gegenseitig: Forscher vermuten zum Beispiel, dass das Leberfett bestimmte Botenstoffe bildet, die die Insulinempfindlichkeit verschlechtern und die Gefäße schneller verkalken lassen.


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