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Bye-bye, Insulinpumpe!

Von der Pumpe zurück zum Pen? Klingt erst mal nach einer seltsamen Entscheidung. Drei Betroffene schildern, warum sie diesen Weg trotzdem gehen

von Daniela Pichleritsch, 24.02.2020
Junge Frau

Carolin B. schwört im Sommer auf den Pen


Meine Pumpe gebe ich nie wieder her!" Diesen Satz würden viele der geschätzt 80.000 Insulinpumpenträger in Deutschland unterschreiben. Auch diejenigen, die sich zunächst nicht vorstellen konnten, das Gerät zu verwenden. Das Geniale an ihm: Es gibt ständig kleine Mengen kurz wirkendes Insulin bedarfs­gerecht ab — wie es der Nutzer programmiert hat. So lassen sich starke Zuckerschwankungen bei Typ-1-Diabetes oft besser verhindern als durch die intensivierte Insulintherapie (ICT). Dabei spritzt man ein- bis zweimal täglich ein Langzeitinsulin und zu den Mahlzeiten oder für Korrekturen ein kurz wirkendes Insulin. Die Pumpe bietet auch mehr Freiheit im Alltag. Das Insulin fürs Essen ruft der Träger per Knopfdruck ab. Wenn er spontan Sport treibt, senkt er die Insulinabgabe. Statt sich mehrmals täglich mit der Pennadel zu piksen, steht nur alle ein bis drei Tage ein Wechsel der Pumpenkanüle an.

Probleme mit Pflaster und Kanüle

Also viele Vorteile — und dennoch kehren manche zur Insulintherapie per Pen zurück. Nicht immer freiwillig. "Manche Nutzer bekommen Probleme mit Kanüle oder Pflaster. Sie reagieren etwa allergisch auf das Material", sagt Dr. Andreas Liebl, Chefarzt am Zentrum für Diabetes und Stoffwechselerkrankungen der Fachklinik Bad Heilbrunn. Mitunter zahlt die Krankenkasse die teure Therapie nicht weiter, etwa weil die Blutzucker-Langzeitwerte, welche die Kasse für die Genehmigung einer neuen Pumpe verlangt, hoch sind.

Einfachere Therapie im Alter

Ältere Menschen fühlen sich gelegentlich von der Technik überfordert: "Dann sollte man mit Arzt und Angehörigen entscheiden, ob die Pentherapie die bessere Lösung ist", sagt Dr. Bernhard Lippmann-Grob, leitender Oberarzt am Diabetes Zentrum Mergentheim. "Oft klappt es mit Pen besser als erwartet. Auch wenn manchmal der Abschied von der Pumpe schwerfällt."Ein eher seltener Grund, um die Pumpe abzulegen: Veränderungen an Einstichstellen, wie sie Langzeit-Pumpenträger häufig aufweisen: "Setzt man die Kanüle an frische Stellen, läuft es oft wieder gut", sagt Lippmann-Grob.

Drei Pumpen-Aussteiger berichten


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