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Diabetes und Nierenschäden: Studienteilnehmer gesucht

Jeder vierte Diabetiker entwickelt eine Nierenschwäche. Eine neue Studie soll helfen, die Früherkennung zu verbessern. Die Uni Regesnburg sucht dafür Teilnehmer

von Dr. Christina Corente, 18.01.2011
Urintest

Die heute üblichen Tests auf Eiweiß im Urin können zwar bestehende Nierenschäden aufdecken, aber keine Risiko-Patienten identifizieren


Jeder vierte Mensch mit Diabetes entwickelt eine Nierenschwäche. Wird sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann sie zum chronischen Nierenversagen führen, was eine regelmäßige Dialysebehandlung ("Blutwäsche") bzw. eine Nierentransplantation erforderlich macht.

Die Früherkennung von Nierenschäden zu verbessern ist Ziel der DIACORE-Studie. 6.000 Typ-2-Diabetiker sollen sich dafür an den Universitätskliniken von Regensburg und Köln untersuchen lassen. Im Interview mit diabetes-ratgeber.net erläutert Dr. Carsten Böger, Oberarzt und Leiter der Studie, die Ziele der Studie.

Dr. med. Carsten Böger

Wie kann die DIACORE-Studie dazu beitragen,
die Früherkennung zu verbessern?

In der DIACORE-Studie soll unter anderem geklärt werden, ob bestimmte neuartige Laboruntersuchungen und eventuell auch Gentests dabei helfen können, Diabetiker mit einem erhöhten Risiko für eine zukünftige Nierenschwäche zu identifizieren. Darüberhinaus möchten wir besser verstehen, warum es zu Nierenschäden kommt – hohe Blutzuckerwerte, Rauchen und Bluthochdruck alleine erklären nicht das ganze Risiko. Dann könnten gezielt Testverfahren und eventuell auch Medikamente entwickelt werden, die das verhindern.

Reicht der Urintest auf Albumin, der bei Diabetes regelmäßig gemacht werden sollte, nicht aus, um eine Nierenschwäche rechtzeitig zu erkennen?
Mit dem Albumintest lässt sich  nur feststellen, ob schon ein Nierenschaden besteht – aber nicht, ob jemand ein erhöhtes Risiko dafür hat. Mit neuen Testverfahren könnten wir früher auf gefährdete Personen aufmerksam werden und sie beispielsweise zu einem gesunden Lebensstil motivieren. Das reicht bei den meisten schon aus, um gar nicht erst zu erkranken.

Welche Untersuchungen kommen auf die Teilnehmer zu?
Neben einem Gespräch zu Gesundheitsfragen und zur Einnahme von Arzneimitteln (homöopathische oder pflanzliche Medikation inbegriffen) gibt es eine körperliche Untersuchung, in der der Blutdruck gemessen und Gewicht, Größe und Bauchumfang bestimmt werden. Weiterhin gehören eine Urinprobe und eine Blutentnahme dazu. Die Untersuchung dauert maximal eine Stunde und wird alle zwei Jahre wiederholt.

Warum die Wiederholung alle zwei Jahre?
Nur so können wir Veränderungen der Nierenfunktion im Laufe der Zeit erfassen und mit den Befunden früherer Untersuchungen in Beziehung setzen.

Wer kann bei an der Studie teilnehmen und wohin kann man sich wenden?
Gesucht werden Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 aus dem Raum Regensburg und Köln. Wer Interesse hat, informiert sich am besten über die Hotline unter der der Festnetz-Telefonnummer 0941-944-7380 (persönlich Mo-Do, 7:30 bis 16 Uhr, Fr bis 13 Uhr, sonst Anrufbeantworter). Gebühren fallen zu dem jeweiligen Festnetztarif an.


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