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Empfängnisverhütung (Kontrazeption)

Eine sichere Verhütung ist für Diabetikerinnen wichtig, um den Zeitpunkt der Schwangerschaft zu steuern

14.07.2013
Antibabypille

Pille und Co.: Verhütungsmittel helfen Diabetikerinnen, eine Schwangerschaft gut zu planen


Das Thema Empfängnisverhütung ist für Diabetikerinnen besonders wichtig. Denn eine Schwangerschaft sollte bei ihnen gut geplant sein. Ein unzureichend eingestellter Blutzucker erhöht beim Kind das Risiko für Fehlbildungen. Die richtige Verhütungsmethode hilft Frauen dabei, den Zeitpunkt ihrer Schwangerschaft optimal zu planen.

Welche Verhütungsmittel sind bei Diabetes geeignet?

Diabetikerinnen sollten mit ihrer Frauenärztin abklären, welche Verhütungsmethoden für sie in Frage kommen. Folgende Faktoren sollten dabei berücksichtigt werden:

  • Verhütungssicherheit der Methode (berechnet sich nach dem Pearl-Index. Je niedriger der Wert, als umso sicherer gilt die Methode)
  • Nutzerfreundlichkeit
  • geringe Nebenwirkungen, etwa Einfluss auf den Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel
  • keine Nachteile bei diabetischen Folgeschäden

Kondome

Kondome verhindern ungewollte Schwangerschaften unsicherer als hormonelle Mittel und eignen sich nur bedingt zur Verhütung. Allerdings bieten sie einen guten Schutz vor Geschlechtskrankheiten.

Pille, Verhütungsring, Hormonpflaster

Die Pille enthält die Hormone Östrogen und Gestagen, die den Eisprung verhindern. Sie schützt deutlich zuverlässiger als Kondome vor Schwangerschaften. Allerdings kann die Pille je nach Zusammensetzung Blutzucker- und Blutfettwerte beeinflussen. Bei vorhandenen Folgeschäden eines Diabetes, zum Beispiel an den Nieren oder Augen, kann die Pille zudem das Risiko von schweren Gefäßkomplikationen erhöhen, etwa Schlaganfall oder Herzinfarkt. Ebenso steigt die Gefahr bei Übergewicht und Bluthochdruck. Dies gilt außerdem für alle Frauen, die stark rauchen und älter als 35 Jahre sind.

Ähnliches trifft für weitere Verhütungsmethoden wie Hormonpflaster oder Verhütungsringe zu. Hier hemmt ebenfalls jeweils eine Kombination aus einem bestimmten Gestagen und Östrogen den Eisprung. Diese speziellen "Abgabesysteme" sind noch niedriger dosiert als die neueren Pillen. Die Hormone des Verhütungspflasters gelangen über die Haut ins Blut und dann an die Wirkorte, beim Vaginalring über die Scheidenwand.

Das bedeutet: Da die Hormone nicht über den Verdauungstrakt ins Blut aufgenommen werden, belasten sie die Leber weniger. Dennoch können sie das Gerinnungssystem beeinflussen. Bei verschiedenen Hormonkombinationen führt die europäische Arzneimittelbehörde zur Zeit eine Neubewertung des Risikos für Venenthrombosen und Lungenembolien durch.

Diabetikerinnen sprechen deshalb am besten in Ruhe mit ihrer Frauenärztin ab, welches Präparat für sie infrage kommt.

Dreimonatsspritze

Methoden zur Langzeitverhütung wie etwa die Dreimonatsspritze (Depotspritze) können bei Diabetes problematisch sein, da die großen Mengen des Hormons Gestagen die Blutzuckerwerte verschlechtern können.

Spirale

Die Spirale (Kupferspirale, Hormonspirale) wird in die Gebärmutter eingesetzt und verhütet ähnlich sicher wie die Pille. Für Diabetikerinnen besteht nach derzeitigem Wissensstand kein erhöhtes Risiko für Komplikationen, wenn sie die Spirale zur Verhütung verwenden.