Gastroparese (Magenlähmung)

29.01.2014

Infolge einer Nervenschädigung wird bei der diabetischen Gastroparese die Nahrung aus dem Magen nur langsam in den Dünndarm weitertransportiert

iStock/zeremski

Definition
Eine Magenlähmung (Gastroparese) kann Folgeerscheinung eines Diabetes sein. Infolge einer Schädigung der autonomen Magennerven (autonome Neuropathie), die die Bewegungen der Muskeln in der Magenwand steuern, transportiert der Magen seinen Inhalt langsamer in den Dünndarm weiter.

Wer erkrankt?
Das Risiko, eine Gastroparese zu entwickeln, steigt bei schlechter Blutzuckereinstellung und langjähriger Diabetesdauer.

Symptome
Ein Symptom der Gastroparese kann Völlegefühl nach dem Essen sein. Die Betroffenen können teilweise nur kleine Portionen essen und sind schnell satt. Es kann auch zu Erbrechen kommen.

Diabetiker mit Gastroparese, die vor dem Essen oder zur Mahlzeit Insulin spritzen, können teilweise nach dem Essen eine Unterzuckerung entwickeln. Der Grund dafür ist, dass das Insulin schon wirkt, bevor die Kohlenhydrate im Dünndarm ankommen, wo sie aufgespalten und ins Blut aufgenommen werden.

In schweren Fällen kann ein Schrittmacher helfen, der die Magenmuskeln mit Stromimpulsen aktiviert

W&B/Martina Ibelherr

Diagnose
Eine Gastoparese lässt sich unter anderem mit Hilfe eines Atemtests diagnostizieren. Dazu nimmt der Patient eine mit einer Testsubstanz markierte Mahlzeit ein. Die Analyse der Atemproben nach dem Essen zeigt, wie lange es dauert, bis die Testsubstanz den Magen verlässt und ob die Magenentleerung verzögert ist. Auch andere Verfahren, wie zum Beispiel eine szintigrafische Untersuchung oder eine Ultraschalluntersuchung können bei der Diagnose einer Gastroparese weiterhelfen.

Therapie
Die Diabetestherapie sollte optimiert werden. Im Einzelfall können eventuell Medikamente helfen, die Beschwerden zu lindern.

Nützen kann es unter Umständen, eine eher flüssig-breiige Kost zu sich zu nehmen, weil diese den Magen schneller passiert. Ob ansonsten eine Umstellung der Ernährung angebracht ist, sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

In schweren Fällen kann teilweise ein "Magenschrittmacher" helfen (siehe Grafik oben). Er stimuliert die Magenmuskeln mit Stromimpulsen.


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