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Infusionssets für Insulinpumpen: Stahl oder Teflonkanülen?

Für Insulinpumpen gibt es Infusionssets aus Stahl- und Teflonkanülen. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Hier erfahren Sie welche

von Daniela Pichleritsch, 12.06.2020

Stahlkanülen: Was spricht dafür?

Sie sind sehr dünn. Daher tut das Legen kaum weh, das Gewebe wird weniger verletzt, und es kommt seltener zu Narben. Zum Legen ist keine Setzhilfe nötig und ein Abknicken unmöglich. Rutscht die Kanüle heraus, weil sich das Pflaster löst, spürt man das deutlich und kann sofort reagieren. Das Kanü­lengehäuse ist oft flacher als bei Tef­lonkanülen und fällt weniger auf.

...und was dagegen?

Die Kanüle muss man nach ein bis zwei Tagen wechseln. Vor allem beim Sport und bei schlanken Menschen kann eine zu lange Kanüle piksen. Manche Menschen mit Nickelallergie vertragen Stahl nicht. Nicht jeder möchte eine starre Nadel unter der Haut haben. Setzhilfen gibt es nur für wenige Stahlkanülen.

Teflonkanülen: Was spricht dafür?

Sie sind flexibel und weniger spürbar, etwa beim Sport. Sie können bis zu drei Tage liegen bleiben (manche Experten empfehlen den Wechsel spätestens nach zwei Tagen) und eignen sich auch für Menschen, die ungern mit Nadeln hantieren. Per Setzhilfe lässt sich die Kanüle auch an schwerer erreich­baren Körperstellen platzieren.

...und was dagegen?

Teflonkanülen können beim Setzen (vor allem ohne Setzhilfe) oder bei ungünstiger Lage unbemerkt abknicken und so die Insulinzufuhr beeinträchtigen. Das Setzen ist aufwendiger als bei Stahlkanülen. Teflonkanülen sind zudem etwas dicker, was das Legen unangenehmer machen kann. Durch die größere Einstichstelle vernarbt das Gewebe eventuell stärker. Rutscht die Kanüle heraus, spürt man das manchmal nicht. Daher muss der Sitz der Kanüle öfter kontrolliert werden.

Worauf kommt es bei der Auswahl noch an?

Jeder Hersteller bietet eigene Infusionssets an, die nur zu den jeweiligen Pumpen passen. Daher kann es sinnvoll sein, vor der Auswahl der Pumpe zu testen, ob einem auch die Infusionssets zusagen. Pumpenkanülen gibt es in verschiedenen Längen und mit senkrechtem oder schrägem Einstich. Welche die richtige ist, hängt vor ­allem davon ab, wie gut die Haut an den Setzstellen, etwa Bauch oder Hüfte, gepolstert ist.

Auch bei den Schläuchen können Sie zwischen kurz und lang wählen. Wer die Pumpe nachts neben sich legt, verwendet einen längeren Schlauch. Ein kürzerer lässt sich besser unter der Kleidung verstauen. Probieren Sie, womit Sie sich am wohlsten fühlen. Fast alle Infusionssets ermöglichen es, die Pumpe ­vorübergehend abzukoppeln — direkt an der Kanüle oder nach einem kurzen Schlauchstück. Patch-Pumpen haben keinen Schlauch und werden auf die Haut geklebt. Hier gibt es Modelle mit Stahl- und mit Teflonkanülen.

So legen Sie eine Stahlkanüle:

Um eine Stahlkanüle einzusetzen ist keine Setzhilfe nötig. Vor dem Setzen verbinden Sie die Kanüle mit Schlauch und Pumpe und füllen Insulin ein. Entfernen Sie dann Pflasterfolie und Kanülenhülle. Stechen Sie die Kanüle in die desinfizierte Haut. Bilden Sie dabei eventuell eine Hautfalte. Zum Schluss das Pflaster andrücken und den Haltegriff der Kanüle entfernen.

Illustration Kanüle 1

So legen Sie eine Teflonkanüle mit Setzhilfe:

Wo bekomme ich Infusionssets zum Ausprobieren?

Mit der Insulinpumpe liefern die Hersteller eine kleine Auswahl an Infusionssets mit Stahl- und/oder Teflonkanülen. Muster gibt es manchmal auch beim Hersteller oder Diabetologen. Ansonsten kann er Ihnen eine Packung verordnen. Das Legen der Kanüle funktio­niert je nach Set und Hersteller unterschiedlich. Wichtig vor dem Setzen: Hände gründlich waschen. Alle nötigen Materialien auf einer sauberen Fläche bereitlegen. Damit das Kanülenpflaster gut hält, muss die Haut fettfrei und trocken sein, deshalb Einstichstelle entfetten und desinfizieren. Wenn nötig, fixieren Sie das Pflaster zusätzlich etwa mit Stretch-­Klebevlies oder Kinesiotape.


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