Ketoazidose

Bei absolutem Insulinmangel entstehen Ketonkörper, die das Blut übersäuern. Ohne Gegenmaßnahmen kann eine Ketoazidose lebensgefährlich sein
aktualisiert am 08.10.2015

Bei Verdacht auf eine Ketoazidose liefert ein Harntest wichtige Hinweise

W&B/Winfried Fischer

Die Ketoazidose ist eine gefährliche Stoffwechselentgleisung, die durch Insulinmangel ausgelöst wird. Unerkannt und unbehandelt kann sich ein lebensgefährliches diabetisches Koma entwickeln. Eine Ketoazidose tritt vor allem bei Menschen mit Typ-1-Diabetes auf.

Das Hormon Insulin hat die Funktion, Traubenzucker (Glukose) aus dem Blut in die Körperzellen zu schleusen. Dort wird der Zucker zur Energiegewinnung benötigt. Fehlt Insulin, bauen die Zellen als Ersatz Fett ab. Dabei entstehen saure Stoffwechselprodukte, so genannte Ketonkörper. Diese reichern sich im Blut an und können zu einer Übersäuerung führen, einer Azidose.

Bei Typ-1-Diabetes produziert der Körper kaum oder gar kein Insulin mehr. Betroffene sind deshalb besonders anfällig für die Stoffwechselentgleisung. Für Menschen mit Typ-2-Diabetes ist das Risiko einer Ketoazidose deutlich geringer. Bei Typ-2-Diabetes stellt der Körper meist noch eigenes Insulin her, das allerdings infolge einer Insulinresistenz der Zellen den Zucker nicht ausreichend aus dem Blut in die Zellen schleusen kann.

Mögliche Auslöser einer Ketoazidose:

  • Insulininjektion vergessen
  • Die Kanüle einer Insulinpumpe fällt unbemerkt ab, so dass die Insulinversorgung unterbrochen ist
  • Der Insulinbedarf nimmt etwa durch eine Infektion, Verletzung oder Operation stark zu, ohne dass die Insulindosis erhöht wird

Typische Anzeichen einer Ketoazidose:

  • Starker Durst
  • Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen
  • Trockene Haut oder Schleimhäute
  • Störungen des Bewusstseins
  • Azeton-Geruch der Atemluft (ähnlich wie Nagellack oder faule Äpfel)

Blut auf Übersäuerung prüfen

Bei entsprechenden Anzeichen oder Verdacht auf eine Ketoazidose sowie bei Blutzuckerwerten bei etwa 250 mg/dl sollten Betroffene auf jeden Fall überprüfen, ob eine Übersäuerung des Blutes besteht. Dazu eignen sich Azeton-Harnteststreifen oder ein Blutzuckermessgerät mit speziellen Keton-Teststreifen. Der Arzt kann bei der richtigen Anwendung dieser Hilfsmittel vorab Rat geben.

Jeder Patient mit Diabetes sollte außerdem einmal mit seinem behandelnden Arzt besprochen haben, welche Maßnahmen er sowie seine Angehörigen im Fall einer Ketoazidose ergreifen sollen. Im Ernstfall ist es wichtig, genau wissen, was zu tun ist, um schnell handeln zu können.

Wichtig: Zögern Sie – insbesondere bei Kindern mit Diabetes – nicht, den Notarzt (112) zu rufen.


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