Somogyi-Effekt

Hinter zu hohen Blutzuckerwerten am Morgen steckt manchmal der Somogyi-Effekt: Nach einer Unterzuckerung setzt der Körper Zucker aus der Leber frei, der Blutzucker steigt

24.01.2014

Der Somogyi-Effekt macht sich morgens bemerkbar


Der Somogyi-Effekt, auch "Rebound-Hyperglykämie" genannt, bezeichnet einen morgendlichen Blutzuckeranstieg nach einer nächtlichen Unterzuckerung. Benannt ist er nach dem amerikanischen Biochemiker Michael Somogyi, der dieses Phänomen erstmals beschrieben hat.

Typischerweise zeigt sich der Effekt am Morgen, nach einer (unbemerkten) Unterzuckerung während der Nacht. Durch eine zu hohe Insulindosis am Abend oder eine ausgelassene Abend-Mahlzeit fällt zunächst der Blutzucker (Hypoglykämie). Daraufhin setzt der Körper eine hormonelle Gegenregulation in Gang: Er schüttet vermehrt die Hormone Adrenalin und Glukagon ins Blut aus, die dem Insulin entgegenwirken. Dadurch werden Zuckerreserven aus der Leber freigesetzt – überhöhte morgendliche Blutzuckerwerte sind die Folge.

Andere Ursache für zu hohe Werte am Morgen: Dawn-Phänomen

Bei erhöhten Blutzuckerwerten am Morgen sollten Diabetiker mit Ihrem behandelnden Arzt sprechen. Er erklärt Ihnen, was nötig ist, um die Ursache herauszufinden. Handelt es sich um das Somogyi-Phänomen, muss um die nächtlichen Unterzuckerungen zu vermeiden und die Nüchtern-Glukosewerte am Morgen zu normalisieren, die Insulindosis am Abend mit dem Diabetologen entsprechend angepasst werden. Gefährlich falsch wäre es bei einem Somogyi-Phänomen, die abendliche Insulindosis zu erhöhen, um den morgendlichen Blutzuckerspiegel zu senken.

Der Somogyi-Effekt tritt eher selten auf. Häufiger haben hohe Blutzuckerwerte am Morgen eine andere Ursache: Der Körper schüttet in den Morgenstunden verstärkt Hormone aus, die die Insulinwirkung beeinträchtigen und den Blutzuckerspiegel teilweise stark erhöhen können. Dieser Effekt ist auch als Dawn-Phänomen bekannt.