Diabetischer Fuß: Behandlung

Um einen diabetischen Fuß zu behandeln, sind in der Regel mehrere Maßnahmen nötig: Die akuten Wunden versorgen, aber auch den Stoffwechsel besser einstellen sowie die Druckstellen entlasten
aktualisiert am 26.10.2016

Ein diabetischer Fuß braucht fachgerechte Behandlung von Spezialisten

W&B/Michael Löwa

Die Behandlung von Menschen mit einem diabetischen Fuß-Syndrom gehört in die Hände von Spezialisten. Diese sind in der Regel im Team einer Fußambulanz, einer diabetischen Schwerpunktpraxis oder der Diabetesstation einer Klinik tätig. Diabetologen, Gefäßspezialisten, Chirurgen, Podologen, Pflegepersonal und Orthopädie-Schuhmacher und -Techniker arbeiten bei der Therapie von diabetischen Füßen zusammen.

Die Behandlung umfasst ein ganzes Bündel von Maßnahmen. Welche davon zum Tragen kommen, entscheiden die behandelnden Ärzte nach vorliegendem Schaden.

1. Diabetes gut einstellen: Eine wichtige Voraussetzung für einen ungestörten Heilungsverlauf. Gute Blutzuckerwerte können dazu beitragen, einen Nervenschaden aufzuhalten und die Wundheilung zu bessern.

2. Schulungen: In Diabetes-Schulungen lernen Patienten, wie sie selbst zu besseren Werten beitragen und damit ihr Risiko für ein Fortschreiten des diabetischen Fuß-Syndroms verringern können.

3. Akute Wunden versorgen und behandeln: Welche Versorgungsmaßnahmen dabei konkret nötig sind, kann sehr verschieden sein und hängt von der Art der Fußschädigungen im Einzelfall ab.

4. Infektionen behandeln: Ist eine Wunde infiziert, drohen sich Krankheitserreger weiter auszubreiten. Der Arzt wird versuchen, die Infektion unter anderem mit Antibiotika zu stoppen.

5. Druckentlastung: Geschädigte Stellen müssen konsequent vom Druck entlastet werden. Dazu kann der Arzt etwa spezielle Schuhe, einen Rollstuhl oder Bettruhe verordnen.

6. Gefäßerkrankungen behandeln: Engstellen in den Gefäßen behindern die Heilung von Wunden. Um diese zu beseitigen, kann ein gefäßchirurgischer oder Katheter-Eingriff notwendig sein.

7. Operationen: Sie können erforderlich werden, wenn schwerwiegende Fehlstellungen oder Infektionen anderweitig nicht ausreichend in den Griff zu kriegen sind.

Amputation: Als letzte Maßnahme kann es nötig sein, die betroffene Gliedmaße zu amputieren, wenn eine Infektion ansonsten auf andere Bereiche des Körpers überzugreifen droht.

Was Patienten tun können

Betroffene können selbst viel dazu beitragen, um einen diabetischen Fuß zu bessern. Zum einen sollten sie sich um gute Blutzuckerwerte bemühen, zum anderen sollten sie sich im Alltag achtsam um ihre Füße kümmern. Tipps zur richtigen Fußpflege bei Diabetes finden Sie im Kapitel "Vorsorge".

Fußgymnastik kann dazu beitragen, Beweglichkeit und Durchblutung der Füße zu verbessern. Das richtige Schuhwerk verringert die Gefahr von Verletzungen. Welche Maßnahmen in ihrem Fall ratsam sind, sprechen Patienten mit den Fuß-Spezialisten ab, die die Behandlung übernehmen.

Therapie Charcot-Fuß

Ohne frühzeitige fachkundige Betreuung besteht beim Charcot-Fuß die Gefahr von Knochen- und Gelenkveränderungen. Im fortgeschrittenen Stadium hat das zur Folge, dass das Fußgewölbe zusammensackt. Bei weiterer Belastung bilden sich Geschwüre an den Auflagestellen des Fußes. Es ist wichtig, den Fuß sofort in der Anfangsphase vollständig zu entlasten und ruhigzustellen, um nach Möglichkeit den Zusammenbruch des Fußskeletts zu vermeiden und Wunden einzudämmen. Ist dies gelungen, kann eine geeignete orthopädische Schuh- und Fußbettversorgung nach Maß den Fuß stabilisieren helfen. Ein instabiler oder verformter Fuß lässt sich unter bestimmten Voraussetzungen operativ korrigieren. Ausreichende Schonung danach, Maßschuhversorgung sowie gute Stoffwechseleinstellung und regelmäßige ärztliche Kontrollen sind für die Prognose entscheidend, da sich der Charcot-Fuß jederzeit wieder verschlechtern kann.



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