Die wichtigsten Fußpflege-Utensilien

Wer sich bei Diabetes täglich um seine Füße kümmert, beugt Folgeschäden vor. Was Sie dazu benötigen
von Andrea Grill, aktualisiert am 02.10.2017

Gepflegte Füße: Dabei kommt es auch auf das richtige „Werkzeug“ an

W&B/Marcel Weber

Das Auto fahren wir beim ersten Verdacht auf eine Störung in die Werkstatt. Und natürlich wird es auch regel­mäßig gewaschen. Schließlich soll es lange halten und einen guten Eindruck machen.

Unseren Füßen gönnen wir oft längst nicht so viel Aufmerksamkeit – obwohl ihre "Laufleistung" deutlich höher ist und sie, gerade bei Dia­betes, besonders anfällig sind. Denn hohe Zuckerwerte beeinträchtigen auf Dauer die Durchblutung und schädigen die Nerven, was dazu führen kann, dass etwa aus kleinsten Wunden schlecht heilende Geschwüre werden. Verhindern lässt sich das durch eine tägliche Portion Pflege mit dem richtigen "Werkzeug":

W&B/Marcel Weber

Waschmittel und Lappen

Waschen Sie Ihre Füße jeden Tag gründlich mit einem weichen Waschlappen, auch zwischen den Zehen. Benutzen Sie milde, rückfettende Seife oder Waschlotion. Wenn Sie dazu ein Fußbad machen: bitte nicht länger als fünf Minuten, damit die Haut nicht aufweicht und keine Keime eindringen können.

W&B/Marcel Weber

Spiegel

Bei Diabetes kann die Schmerzempfindung an den Füßen gestört sein. Daher bleiben kleine Wunden oft unbemerkt. Inspizieren Sie jeden Abend Ihre Füße. Ein Handspiegel hilft bei den Sohlen. Zeigen Sie alle Auffälligkeiten, etwa Druckstellen, rasch Ihrem Arzt.

W&B/Marcel Weber

Handtuch und Kosmetiktücher

Trocknen Sie den Fuß gründlich, aber sanft (nicht rubbeln!) mit einem weichen Handtuch ab. Die Haut zwischen den Zehen tupfen Sie am besten behutsam mit Kosmetiktüchern trocken. Das ist wichtig, weil sich Pilze im feuchten Milieu besonders wohlfühlen.

W&B/Christine Schneider

Bimsstein

Nach dem Fußbad ist der ideale Zeitpunkt, um aufgeweichte Hornhaut schonend abzutragen. Das gelingt am besten mit einem Bimsstein. Anschließend  sollte der Stein gründlich gereinigt werden. Schwielige Hornhaut, Hühneraugen und Warzen bitte nicht selbst behandeln, sie gehören in die fachmännischen Hände eines Podologen. Scharfe Hornhaut-Hobel oder -Raspeln haben an Diabetikerfüßen wegen der Verletzungsgefahr nichts verloren!

W&B/Marcel Weber

Thermometer und Schüssel

Da die Empfindung an den Füßen bei Diabetes oft gestört ist, prüfen Sie die Temperatur Ihres Fußbades mit einem Thermometer. Mehr als 37 °C sollten es nicht sein.

W&B/Marcel Weber

Feile

Kürzen Sie die Fußnägel mit einer abgerundeten Feile – nie mit spitzen oder scharfen Werkzeugen wie Scheren oder Zangen. Die Sensibilität Ihrer Nerven kann so vermindert sein, dass Sie nicht merken, wenn Sie sich verletzen. Feilen Sie die Nägel gerade und runden Sie die Ecken so weit ab, dass sie nicht an die Nachbarzehen drücken. Stark verdickte oder eingewachsene Nägel sollten nur von einem Podologen oder vom Arzt behandelt werden.

CCVision/RYF

Creme

Halten Sie Ihre Haut nach dem Fußbad mit einer Fußcreme oder Lotion geschmeidig, die Sie sanft einmassieren. So beugen Sie der Bildung von Rissen vor. Verwenden Sie keine reinen Fettsalben. In Ihrer Apotheke berät man Sie gerne zu geeigneten Produkten.

Wann zum Fachmann?

Wenn Sie Ihre Füße alters- oder krankheitsbedingt nicht selbst pflegen können, finden Sie bei medizinischen Fußpflegern (Podologen) die nötige Hilfe. Der Arzt kann Diabetikern mit Nervenschäden oder Durchblutungsstörungen die Behandlungen auf Rezept verordnen. Sie zahlen nur die Rezeptgebühr und zehn Prozent der Behandlungskosten. Bei der Suche nach Podologen hilft Ihr Arzt, Ihre Kasse oder das Online-Verzeichnis www.podologenliste.de.

Bei Fußproblemen wie Hühneraugen, Hornhautschwielen, verdickten und eingewachsenen Nägeln oder Warzen sollten Sie sich immer an einen Arzt oder Podologen wenden. Das Risiko, dass Sie sich bei der Selbstbehandlung verletzen und eine schlecht heilende Wunde entsteht, wäre zu groß. Auch Fuß- und Nagelpilz sind ein Fall für den Arzt.


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