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Krallenzehen

Krallenzehen sind eine Verformung der Zehen. Sie können eine Folge von Nervenschäden bei Diabetes sein

aktualisiert am 23.01.2017
Frau liegt mit bloßen Füßen im Gras

Barfüßig: Falsches Schuhwerk und Nervenschäden können Krallenzehen fördern


Bei Krallenzehen handelt es sich um eine Fehlstellung der Zehen. Diese sind dabei wie Klauen im Mittel- und Endgelenk nach unten gebeugt, das Grundgelenk der Zehen ist überstreckt.

Ein Risikofaktor für Krallenzehen ist das Tragen von schlecht sitzendem oder aus anderen Gründen ungünstigem Schuhwerk, vor allem Schuhen mit hohen Absätzen. Auch Verletzungen, andere Fußfehlstellungen wie Spreizfüße oder abgewinkelte Großzehen (sogenannter Hallux valgus) sowie Veranlagung spielen eine Rolle. Zudem können schlechte Blutzuckerwerte bei Diabetes Krallenzehen begünstigen.

Zu hoher Blutzucker fördert Nervenschäden an den Füßen, durch die Betroffene Fehlbelastungen an den unteren Gliedmaßen schlechter wahrnehmen. Fallen die Nerven aus, die für die Steuerung der Fuß- und Zehenmuskulatur zuständig sind, können diese Muskeln verkümmern und Zehen in eine Krallenstellung übergehen.

Bei Krallenzehen kommt es frühzeitig zu einer Überlastung im Vorfußbereich. In normalem Schuhwerk können leicht schmerzhafte Druckstellen entstehen, vor allem an der Oberseite der Zehengelenke.

Wegen der Nervenerkrankung spüren Menschen mit Diabetes den verstärkten Druck und Schmerzen aber häufig nicht (neuropathischer Fuß, Teil des diabetischen Fuß-Syndroms). In der Folge entstehen an den entsprechenden Stellen leicht offene Wunden, aus denen sich unbehandelt chronische Fußgeschwüre entwickeln können. Andauernde schlechte Blutzuckerwerte verstärkt diese Tendenz noch.

Menschen mit Diabetes sollten Fußveränderungen daher ernst nehmen und auf geeignetes Schuhwerk achten. Mit einem Orthopäden können beim Vorliegen von Krallenzehen gegebenenfalls die notwendigen therapeutischen Maßnahmen besprochen werden. Dazu gehört auch, dass der Betroffene seine Blutzuckereinstellung zusammen mit dem betreuenden Diabetologen überprüft und bei Bedarf optimiert.