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Cholesterin

Hohe Cholesterinwerte können Arterienverkalkungen und in der Folge Herzinfarkte oder Schlaganfälle begünstigen. Gerade Menschen mit Diabetes sollten deshalb auf ihre Blutfettwerte achten

aktualisiert am 03.05.2018
Bratwürste auf dem Grill

Tierische Fette können den Anteil an LDL-Cholesterin im Blut erhöhen


Cholesterin ist eine natürliche Verbindung aus der Gruppe der Steroide, die in allen Zellen vorkommt. Die zu den Fetten gezählte Substanz ist einerseits ein unverzichtbarer Bestandteil der Körperzellen und Grundbaustein vieler Hormone. Andererseits gilt ein hoher Cholesterinspiegel als ein Risikofaktor für Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Die gefäßverengenden Ablagerungen können einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder Verschlüsse von Schlagadern in den Giedmaßen, vor allem in den Beinen (periphere arterielle Verschlusskrankheit), nach sich ziehen.

Die Bezeichnung "Cholesterin" leitet sich aus den griechischen Begriffen chole (Galle) und stereos (fest) ab und wurde geprägt, als man im 18. Jahrhundert Cholesterin in Gallensteinen nachwies. Einen Großteil des benötigten Cholesterins stellt der Körper selbst her. Der Rest wird mit der Nahrung aufgenommen.

Schlechtes LDL-Cholesterin, gutes HDL-Cholesterin?

Cholesterin läßt sich in mehrere Untergruppen mit unterschiedlichen Eigenschaften aufteilen. Die beiden wichtigsten sind LDL-Cholesterin und HDL-Cholesterin. LDL-Cholesterin gilt gemeinhin als "schlechtes" Cholesterin, weil es Cholesterin in die Adern transportiert und dort freisetzt, was Arterienverkalkungen fördert. HDL-Cholesterin wird dagegen oft als "gutes" Cholesterin bezeichnet.

Es transportiert Cholesterin aus dem Blut in die Leber und kann damit den Anteil an schädlichen Fetten im Blut senken. Allerdings deuten Studien darauf hin, dass es wohl nicht allein auf die Konzentration des HDL-Cholesterins ankommt – sondern vermutlich auch auf seine Funktion. Wissenschaftler sehen hier durchaus noch Forschungsbedarf, zumal noch andere Blutfettwerte für die Gefäßgesundheit eine Rolle spielen.

Cholesterin bei Diabetes

Patienten mit Typ-2-Diabetes haben oft auch einen erhöhten Cholesteringehalt im Blut. Wie die individuellen Werte einzuschätzen sind und welche Therapie angebracht ist, stimmt der Arzt mit dem Betroffenen ab.

Ursachen für erhöhte Cholesterinwerte

Erhöhte (LDL-)Cholesterinwerte können mehrere Ursachen haben:

  • Überproduktion – zum Beispiel bei einer bestimmten erblichen Hypercholesterinämie-Form (erhöhter Cholesteringehalt und erhöhte Triglyzeridspiegel im Blut)
  • Gestörter Abbau von Cholesterin – etwa bei Enzymdefekten oder Lebererkrankungen
  • Stoffwechselkrankheiten – neben Diabetes zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion
  • Alkoholismus
  • Ungesunde Ernährung (vor allem übermäßiger Verzehr tierischer Fette)

Basis der Therapie bei erhöhten Cholesterinwerten sind eine ausgewogene, fettarme,  (vor allem: wenig tierisches Fett) und ballaststoffreiche Ernährung, regelmäßige Bewegung und der Abbau von Übergewicht.

In vielen Fällen ist zusätzlich die Einnahme von Medikamenten erforderlich ("Lipidsenker"; Lipide = Fette), wobei meistens ein Wirkstoff aus der Gruppe der "Statine", mitunter auch kombiniert mit einem weiteren Arzneistoff, eingesetzt wird. Bei unzureichender (LDL-)Cholesterinsenkung und zum Beispiel sehr hohem Herzinfarktrisiko kann eine spezielle Blutwäsche, eine sogenannte LDL-Apherese, infrage kommen.