Bei Diabetes gegen Grippe impfen

Menschen mit Diabetes sind anfälliger für eine Influenza. Sie sollten sich deswegen einmal jährlich gegen die Erreger impfen lassen – am besten schon im Herbst
von Stephan Soutschek, aktualisiert am 25.09.2017

Grippe-Impfung: Kleiner Piks, große Wirkung

W&B/Martin Ley

Wer Typ-1- oder Typ-2-Diabetes hat, sollte einmal jährlich seinen Impfschutz gegen Grippeviren erneuern. Das empfiehlt die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (STIKO). Denn Grippe-Erkrankungen (Influenza) können bei Menschen mit der Zuckerkrankheit eher einen schwereren Verlauf nehmen.

Impfung im Herbst

Prinzipiell ist eine Impfung gegen Grippe jederzeit möglich. Nach der Impfung dauert es allerdings etwa zwei Wochen, bis der Schutz vollständig aufgebaut ist. Deshalb ist es sinnvoll, sich rechtzeitig im Oktober oder November darum zu kümmern. Die großen Grippewellen finden in Deutschland meist im Januar und Februar statt. Die Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für die Grippe-Impfung bei Diabetes.

Jährliche Auffrischung wichtig

Der Impfschutz gegen Grippe muss jedes Jahr erneuert werden. Das hat zwei Gründe. Zum einen hält die Schutzwirkung nur zeitlich begrenzt vor. Außerdem gehören Grippeviren zu den Erregern, die sich sehr schnell verändern. Der Impfstoff des letzten Jahres wehrt den aktuellen Virenstamm deshalb nicht unbedingt ab.

Experten entwickeln daher jedes Jahr einen Impfschutz, der möglichst gut gegen die Grippeviren wirken soll, die im kommenden Winter voraussichtlich die größte Rolle spielen werden. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) schützen die jährlich neu zusammengestellten Impfstoffe im Durchschnitt vor rund 40 bis 60 Prozent der saisonalen Erreger.

Zu wenig Menschen geimpft

Laut RKI nutzen zu wenig Menschen die Möglichkeit der Impfung. Bei den über 60-Jährigen sind nur etwa 35 Prozent gegen Grippe immunisiert. Das ist weit unter dem Impfziel von 75 Prozent, das die Europäische Union für diese Altersgruppe vorgibt.

Bei Fragen zu Impfungen ist der Hausarzt ein geeigneter Ansprechpartner. Der aktuelle Impfstatus lässt sich im Impfpass nachlesen. Wer diesen verloren hat, fragt am besten bei dem Arzt nach, bei dem er seine letzten Impfungen hat vornehmen lassen.

Grippe-Impfung für Risikogruppen

Das Robert Koch-Institut (RKI) rät Menschen mit einem erhöhten Risiko für Erkrankungen und Komplikationen zur Grippe-Impfung. Dazu gehören neben Diabetikern unter anderem über 60-Jährige, Schwangere, Asthmatiker und Menschen, die in medizinischen Einrichtungen tätig sind. Bei letzteren besteht die Gefahr, dass sie die Viren an Kranke weitergeben. Das RKI veröffentlicht jedes Jahr aktualisierte Empfehlungen zum Impf-Schutz.

Impfung gegen Pneumokokken

Über 60-Jährige und Diabetiker sollten sich auch einmalig gegen Pneumokokken impfen lassen. Pneumokokken sind Bakterien, die beim Menschen Infektionen wie zum Beispiel eine Lungenentzündung hervorrufen können. Eine Wiederholungsimpfung gegen Pneumokokken nach mindestens sechs Jahren ist laut Robert Koch-Institut nur bei bestimmten Erwachsenen notwendig. Dazu gehören etwa Patienten mit chronischen Nierenkrankheiten oder bestimmten Immundefekten.

Das Grippe-Abwehr-Programm: So schützen Sie sich

  • Hände waschen: ­Viren sitzen überall – auf Türklinken, Haltegriffen, Treppenläufen. Fassen Sie sich nur mit frisch gewaschenen Händen an Nase, Mund oder Augen.
  • Sich viel draußen bewegen: Wer körperlich fit ist, unterstützt seine Abwehrkräfte. Und ein Spaziergang bei kühlem Wetter fördert die Durchblutung – ähnlich wie ein Saunabesuch.
  • Ausreichend schlafen: Kurze Nächte schwächen das Immunsystem und machen es Viren leichter.
  • Sich gesund ernähren: Eine abwechslungsreiche Kost mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten liefert wichtige Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe. Davon profitiert auch das Immun­system.

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