So beugen Sie einer Erkältung vor

In Herbst und Winter haben Schnupfen und Husten Hochkonjunktur. Warum ein Diabetes anfälliger für Infekte macht, wie Sie sich schützen
von Sabine Lotz, aktualisiert am 20.11.2017

Verschnupft? Die richtigen Gegenmaßnahmen dämmen die Erkältung ein

Thinkstock/iStockphoto

Menschen mit Diabetes sind nicht nur anfälliger für Infekte als Stoffwechselgesunde, sie leiden auch häufiger unter Komplikationen, wenn sie einmal erkrankt sind. Zu den Ursachen für das erhöhte Erkältungsrisiko gehört nach Meinung von Professor Dirk Müller-Wieland von der Deutschen Diabetes Gesellschaft "auch eine nicht optimale Einstellung des Diabetes."

Grippeimpfung bei Diabetes empfohlen

Auf welche Weise hohe Blutzuckerwerte Infekte begünstigen, sei aber noch nicht geklärt. "Eventuell kommt es durch sie zu noch unbekannten Stressreaktionen, die die Abwehrkräfte beeinträchtigen", sagt Müller-Wieland. Gleichzeitig ist bei Diabetes oft die Durchblutung gestört, vor allem die der kleinsten Blutgefäße. Auch das ist ungünstig bei Infekten. Schließlich befördert das Immunsystem seine Abwehrzellen über die Blutbahnen zum Erkrankungsort.

Auf jeden Fall haben Menschen mit Diabetes doppelt Grund, sich vor Grippe- und Erkältungsviren in Acht zu nehmen. Gegen Grippe sollten sie sich nach Möglichkeit einmal jährlich impfen lassen. Am besten gleich im Herbst, aber auch danach ist es noch nicht zu spät. Der Impfschutz braucht etwa zwei Wochen, um sich voll aufzubauen.

Erkältungen vorbeugen

Gegen Erkältungen gibt es keine Impfung. Hier hilft nur: vorbeugen.

1. Ansteckung vermeiden

Regelmäßiges Händewaschen ist das A und O in der Erkältungszeit. Am besten vor dem Essen, nach dem Gang auf die Toilette sowie jedes Mal, wenn man nach Hause kommt. Schließlich fängt man sich eine Erkältung eigentlich immer bei jemand anderem ein. Dass das im Herbst und Winter besonders häufig passiert, liegt unter anderem daran, dass man sich bei kühlem Wetter mehr in geschlossenen Räumen aufhält und dadurch in relativ engen Kontakt mit niesenden und hustenden Mitmenschen gerät.

Deshalb, wenn möglich, in der Erkältungszeit von Menschenmengen fernhalten. Außerdem mehrmals täglich acht bis zehn Minuten stoßlüften, vor allem in Gruppenräumen, Großraumbüros und Klassenzimmern.

2. Immunsystem stärken

Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse liefert dem Körper Nährstoffe, die für die Immunabwehr wichtig sind. Regelmäßig körperlich aktiv zu sein verringert ebenfalls das Erkältungsrisiko. Das gilt besonders für Ausdauersportarten. Wer schon länger nicht mehr aktiv war, sollte sich vor dem ersten Training vom Arzt durchchecken lassen.

Außerdem ist ausreichende Nachtruhe wichtig. Wie lange jemand idealerweise schlummert, ist individuell verschieden.

3. Die Schleimhäute schützen

Sie sind die Gewebebarriere in Atemwegen, Augen und Ohren, die Erkältungsviren erst einmal überwinden müssen, bevor sie uns krank machen können. Widerstandsfähige Schleimhäute sind gut durchblutet und nicht trocken. Vor allem eine angemessen feuchte Raumluft (ideal sind 55 bis 60 Prozent) sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr bewahren die Schleimhäute vor dem Austrocknen.

Wenn eine Erkältung droht

Fängt trotz allem das Niesen und Naselaufen an, lassen sich die Beschwerden oft mit folgenden Maßnahmen abmildern:

  • Ausreichend schlafen.
  • Gurgeln mit Salzwasser, lauwarmem Salbeitee oder einer desinfizierenden Lösung (in der Apotheke erhältlich). Das soll die Zahl der Krankheitserreger in Mund und Rachen verringern. Einen ähnlichen Effekt haben Halssprays mit antiseptischen Wirkstoffen. 
  • Hühnerbrühe löffeln. Ein beliebtes Hausmittel gegen Erkältungen. Ob es an bestimmten Inhaltsstoffen liegt oder schlicht die warme Flüssigkeit guttut, ist noch nicht geklärt.
  • Ausreichend trinken. Vor allem bei Fieber wichtig, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Am besten eignen sich warme Getränke, zum Beispiel ein Tee mit Ingwer. Einfach zwei, drei Scheiben in einer Kanne mit kochendem Wasser überbrühen, mindestens zehn Minuten ziehen lassen und langsam trinken.

Viele Menschen schwören auf Vitamin C zum Schutz vor Erkältungen. Auch wenn es für das Immunsystem eine wichtige Rolle spielt – wissenschaftlich belegt ist eine schnupfenvorbeugende Wirkung nicht. Allerdings kann Vitamin C die Erkrankungsdauer bei einer ausgebrochenen Erkältung manchmal verringern.

Wenn die Erkältung ausbricht

Kommt die Erkältung trotzdem voll in Fahrt, ist in erster Linie wieder ausreichender Schlaf wichtig. Außerdem körperliche Anstrengung meiden, denn der Körper braucht seine Kräfte nun für den Kampf gegen die Krankheitserreger. Bei Husten empfiehlt es sich, mehrfach täglich zu inhalieren; ob mit reinem Wasser, Salzwasser, Kamillentee oder in Wasser aufgelöstem Erkältungsbalsam, ist letztlich egal. Auch genug trinken und Hustenmittel aus der Apotheke können die Beschwerden lindern.

Diabetestherapie anpassen

Grippe und Erkältung können auch den Zuckerhaushalt beeinflussen. Menschen mit Diabetes sollten deshalb ihre Werte genau im Blick behalten und regelmäßig den Blutzucker messen. Das gilt vor allem bei fieberhaften Infekten, denn bei höherer Körpertemperatur werden Stresshormone ins Blut abgegeben. Der Bedarf an Insulin kann dadurch ansteigen. Am besten vorab mit dem Arzt besprechen, wie die Menge an Insulin oder Tabletten angepasst werden muss.


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