Ein Gläschen in Ehren

Alkohol bei Diabetes? In Maßen kein Problem. Aber ein paar Dinge sollten Sie dazu wissen

von Alexandra von Knobloch, 18.05.2018
Ein Gläschen in Ehren

Mit einem kleinen Glas Wein haben Frauen ihre empfohlene Tageshöchstmenge an Alkohol erreicht


Blutzucker auf Talfahrt

Alkohol hemmt die Zuckerfreisetzung in der Leber. Damit steigt das Risiko für Unterzuckerungen. Gefährdet sind vor allem Menschen, die Insulin spritzen oder Sulfonylharnstoffe einnehmen, sagt Dr. Nikolaus Scheper, Vorsitzender des Bundesverbands Niedergelassener Diabetologen. Zudem übersieht man alkoholisiert Unterzucker-Warnzeichen wie Zittern oder Schwitzen leicht. Deshalb: öfter messen!

Eine gesunde Basis

Wer Diabetes hat, sollte Alkohol nie auf nüchternen Magen trinken. Lieber vorher oder während der Party Kohlenhydrate essen, die langsam ins Blut gehen, wie Vollkornbrot.

Die Dosis macht's

Mäßiger Alkoholkonsum senkt das Typ-2-Risiko, so eine Studie. Klingt gut, aber: Die schlimmen Folgen von Alkohol überwiegen die positiven Effekte. Etwa 60 Krankheiten werden durch Alkohol gefördert. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen rät Frauen, nicht mehr als zwölf Gramm reinen Alkohol am Tag zu trinken (etwa 0,3 Liter Bier oder ein kleines Glas Wein), Männern höchstens doppelt so viel. Mindestens zwei Tage pro Woche sollten alkoholfrei bleiben.

Bier, Wein oder Schnaps?

Weil Bier weniger Alkohol und mehr Zucker enthält als Wein oder Schnaps, birgt es das geringste Unterzuckerungsrisiko. Wer seine Insulindosis berechnet, sollte trotzdem die Kohlenhydrate in alkoholischen Getränken nicht berücksichtigen, um Unterzuckerungen zu vermeiden.

Erst mal gucken ...

"Jeder Mensch reagiert anders auf Alkohol", erklärt Experte Scheper. Beispielsweise fällt bei manchen der Zucker schneller. "Jeder Diabetes-Patient muss erst einmal in einem sicheren Umfeld für sich herausfinden, wie er zurechtkommt, wenn er etwas trinkt", rät Scheper.

Die Tücken der Nacht

Trinkt man abends Alkohol, droht man nachts zu unterzuckern. "Der Zuckerabfall kann noch acht bis zehn Stunden später kommen", sagt Scheper. Daher besser mit leicht erhöhten Werten schlafen gehen. Wer Insulin spritzt: Wecker stellen und den Blutzucker zur Sicherheit noch einmal nachmessen.


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