Schlauer essen bei Diabetes

Eine gesunde Ernährung bei Diabetes — ­womöglich eine, mit der man abnimmt: Worauf muss ich da eigentlich achten? Antworten auf sieben häufige Fragen

von Alexandra von Knobloch, 24.08.2018
Frau mit Salat

Salat satt: Eine Ernährung mit vielen pflanzlichen Nahrungsmitteln ist bei Diabetes günstig


Apfel

1. Bloß kein Obst?

Klar, in Obst steckt meist viel Fruchtzucker. Dennoch ist es nicht nötig, darauf zu verzichten. Man sollte sich nur ein bisschen zurückhalten. "Essen Sie lieber Gemüse als Obst", rät Dr. Stefan Kabisch, Studienarzt am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke. Insgesamt gilt: "Diabetiker profitieren von einer Ernährung mit vielen pflanzlichen Nahrungsmitteln", sagt Kabisch. Und Christine Leicht, Ernährungsberaterin am Lehrstuhl für Ernährungsmedizin am Münchner Klinikum rechts der Isar, verdeutlicht: "­Etwas klein geschnittenes Obst mit Joghurt ist bei Süßhunger allemal besser als Gummibärchen." Wenig Zucker enthalten Beeren. Toll, dass die jetzt Saison haben!

Brot

2. Ist dunkles Brot gesünder?

Vorsicht, Mogelpackung! Dunkles Brot hat seine Farbe oft nicht von gesundem Vollkorn, sondern von dunkler Zuckerfarbe und enthält darum nicht mehr gesunde Ballaststoffe als Weißbrot. Da hilft nur: "Den Bäcker fragen", rät Ernährungsforscher Kabisch. Oder aufs Etikett gucken, ob das dunkle Brot wirklich gesund ist. Wo "Vollkorn" draufsteht, ist auch Vollkorn drin.

3. Muss das Gemüse frisch sein?

Nein! Tiefkühlgemüse kann ohne Probleme mit frischer Ware mithalten. Das Blanchieren und Schockfrosten überstehen Ballaststoffe, Mineralien und Vitamine sehr gut. "Einfrieren stoppt sogar den Vitaminverlust, den ­Gemüse bei Zimmertemperatur erleidet", berichtet Expertin Leicht. So ist Spinat, direkt nach der Ernte tiefgekühlt, vitaminreicher, als wenn er frisch gekauft tagelang im Kühlschrank liegt.

Huhn

4. Sind Eier verboten?

Freispruch für Eier! Viele Menschen verzichten wegen ihrer Cholesterinwerte auf sie. Doch Eier haben darauf fast keinen Einfluss. Im Schnitt eines am Tag ist deshalb okay. Die bösen Cholesterin-Buben stecken woanders drin: "Auf den Fettstoffwechsel wirkt sich ein Zuviel an gesättigten Fettsäuren, etwa aus Butter oder Wurst, kritischer aus", so Kabisch. Wichtig sei es daher, sich beim tierischen Fett zurückzuhalten. Gute Blutfettwerte sind für Diabetiker sehr wichtig, weil ihr Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöht ist.

5. Helfen Süßstoffe beim Abnehmen?

Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Süßstoffe sind kalorienfrei und besitzen eine ­deutlich ­höhere Süßkraft als Zucker. ­Allein der schwächste Süßstoff Cyclamat schmeckt 35-mal so ­intensiv. "Bei manchen Menschen, die zum Beispiel viel Cola und Limo trinken", sagt Ernährungsberaterin Christine Leicht, "kann es sich fürs Gewicht schon lohnen, auf die Getränkevariante mit Süßstoff umzusteigen."

Wer auf diese Weise abnehmen will, muss dennoch seine Kalorien­zufuhr kontrollieren, erklärt Leicht. Vorsicht: Süßstoffe dürfen nicht mit Zuckeraustauschstoffen wie etwa Fruktose verwechselt werden. Zuckeraustauschstoffe enthalten oft genauso viele Kalorien wie Zucker und lassen den Blutzuckerspiegel mit Verzögerung steigen.

Honig

6. Lieber Honig als Zucker?

Von wegen! Zwar enthält Honig andere Zuckerarten als Haushaltszucker. In Bezug auf Diabetes bieten sie aber keinen Vorteil. Hinzu kommt: "Der etwas geringere Energiegehalt von Honig reicht nicht aus, um ernsthaft Kalorien zu sparen", sagt Experte Kabisch. Nicht einmal die Spuren von Mineralstoffen im Bienenprodukt können den Honig aufwerten.

7. Fettarm: Macht das schlank?

Kommt drauf an. Gewicht verliert nur, wer weniger Kalorien isst, als sein Körper verbraucht. Manche Light-­Produkte, etwa Salami oder Käse, sind wirklich ­kalorienreduziert. "Sie unterstützen beim Abnehmen", erklärt Expertin Leicht. Aber nur, wenn man sich nicht dazu verleiten lässt, mehr davon zu essen. Achtung: In manchen fettarmen Produkten steckt viel ­­Zucker, etwa in manchen Joghurts.


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