Die richtige Zahnpflege bei Diabetes

Wer Diabetes hat, ist anfälliger für eine Zahnfleischentzündung. Wir zeigen, worauf es beim Zähneputzen ankommt
von Daniela Pichleritsch, aktualisiert am 22.08.2016

Menschen mit Diabetes sollten ihre Zähne besonders gründlich putzen

Thinkstock/iStockphoto

Haie haben es einfach. Zumindest in Sachen Zahnhygiene. Wenn es Zeit dafür ist, öffnen sie ihr Maul und lassen kleine Putzer­fische ans Werk. Die sorgen dafür, dass ihr Gebiss in null Komma nichts von sämtlichen Essensresten befreit wird.

So bequem haben wir es leider nicht. Mindestens zweimal täglich steht eine Prozedur an, vor der sich viele gerne drücken würden: die Zahnpflege. Für Diabetiker ist sie besonders wichtig. Denn hohe Zuckerwerte fördern die Entstehung einer Parodontitis. Sie ist nicht nur der häufigste Grund, dass Zähne verloren gehen. Als chronische Entzündung kann sie auch den Dia­betes verschlechtern. So weit muss es nicht kommen. Erfahren Sie, wie Sie dauerhaft für ein strahlendes Haifisch-Lächeln sorgen.

1. Zahnpasta: Mit Fluorid

Fluoridhaltige Zahnpasta schützt am besten vor Karies. Inhaltsstoffe wie Kamille, Salbei, Bisabolol, Panthenol oder Allantoin wirken zusätzlich entzündungshemmend. Pasten für empfindliche Zähne eignen sich bei frei liegenden Zahnhälsen. Tabu sind dann stark scheuernde, "abrasive" Zahncremes, die zum Beispiel als Weißmacher angeboten werden. Diese sollte man nur gelegentlich bei gesunden Zähnen anwenden, etwa gegen Verfärbungen durch Tee.

Tipp: Damit das Fluorid länger wirken kann, Zahnpasta nach dem Putzen nur ausspucken, nicht ausspülen.

2. Wann zum Zahnarzt?

Etwa alle sechs Monate, unter Umständen auch öfter, ist eine professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt sinnvoll. Dann werden auch hartnäckige Beläge und schwer erreichbare Stellen zwischen den Zähnen zuverlässig gereinigt. Die Krankenkassen zahlen dafür in der Regel nicht. Aufwand und Preise sind unterschiedlich (ca. 50 bis 200 Euro).

3. Die Wahl der Zahnbürste

Experten empfehlen eine Bürste mit abgerundeten dünnen Kunststoffborsten und einem kurzen Kopf. Die beste Wahl ist meist eine mittlere Härte. Weiche Bürsten entfernen Beläge schlechter. Mit harten Bürsten kann man leicht das Zahnfleisch verletzen. Welche Bürste sich individuell eignet, bespricht man am besten mit seinem Zahnarzt. Damit die Borsten gut trocknen können, sollte man die Bürste mit dem Kopf nach oben lagern. Weil sich die Borsten abnutzen sowie aus hygienischen Gründen die Zahnbürste rund alle zwei Monate erneuern. Handzahnbürsten reinigen ähnlich gut wie elektrische Zahnbürsten, vorausgesetzt, man beherrscht die Putztechnik (siehe unten).

Tipp: Putzschema angewöhnen, um keinen Zahn auszulassen. Zweimal täglich zwei Minuten putzen. Wie gut man geputzt hat, lässt sich mit Plaque-Anfärbemitteln aus der Apotheke prüfen.

4. Für Zahnzwischenräume: Seide, Bürstchen, Floss

Zahnseide eignet sich, um Beläge in engen Zahnzwischenräumen zu entfernen. Ungewachste Zahnseide reinigt gründlicher, gleitet aber schlechter als gewachste. Zahnseidenhalter können die Handhabung erleichtern. Für große Zwischenräume, Implantate oder Brücken gibt es Bürstchen in verschiedenen Größen – beim Zahnarzt fragen, welche am besten passt. Alternativ, zum Beispiel bei sehr weiten Zwischenräumen, eignen sich flauschige Flossfäden.

Tipp: Zwischenräume am besten abends vor dem Schlafengehen reinigen. Ob vor oder nach dem Zähneputzen ist nicht entscheidend – Hauptsache täglich.

5. Zungenreiniger: Bürsten und Schaber

Mit Zungenbürsten und -schabern lassen sich Beläge auf der Zunge entfernen. Sinnvoll sind sie, wenn man trotz sorgfältiger Zahnpflege unter Mundgeruch leidet. Zweimal täglich anwenden. Reiniger mit Borsten vierteljährlich wechseln.

Tipp: Wer zu Würgereiz neigt, sollte keinen zu sperrigen Reiniger wählen.

6. Kaugummis unterstützen die Zahnpflege

Zuckerfreie Kaugummis können die Zahnpflege unterstützen. Wer zwischendurch mal "kaut", regt seinen Speichelfluss an. Der Speichel neutralisiert Säuren, die den Zahnschmelz angreifen und Karies fördern. Sie entstehen nach dem Genuss von kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln und stecken zum Beispiel auch in Limonaden, Wein und Obst.

Tipp: Besonders zahnfreundlich sind Kaugummis mit dem karieshemmenden Zuckeraustauschstoff Xylit.

7. Mundspülung: Für schwer erreichbare Stellen

Mundspülungen, zum Beispiel mit Fluorid, erreichen auch Stellen, wo die Zahnbürste nicht hinkommt. Wer seine Zähne richtig pflegt, braucht aber in der Regel keine Mundspülung. Mundspülungen mit Chlorhexidin (CHX) dürfen nur vorübergehend benutzt werden, etwa bei einer akuten Zahnfleischentzündung oder nach einer Operation im Mund. Bei längerer Anwendung kann CHX Zähne und Zunge verfärben.

Tipp: Falls man mal zu müde ist, um die Zwischenräume zu reinigen, oder für unterwegs ist eine Mundspülung besser als nichts.

8. Zähne putzen: Die richtige Technik

Am besten lassen Sie sich vom Zahnarzt zeigen, welche Putz­technik für Sie geeignet ist. Bewährt hat sich zum Beispiel folgende Methode:

Zähne putzen
W&B/Jörg Neisel

1. Zahnbürste im Winkel von etwa 45 Grad mit sanftem Druck zwischen Zahnfleisch und Zahn ansetzen.

Zähne putzen
W&B/Jörg Neisel

2. Mit leicht rüttelnden Bewegungen putzen, von Rot nach Weiß ausstreichen.

Zähne putzen
W&B/Jörg Neisel

3. Innenflächen nicht vergessen, an den Schneidezähnen Bürste hochkant halten.


Lesen Sie auch:

Frau bei der Zahnpflege

Die wichtigsten Utensilien zur Zahnpflege »

Kaugummi, Zahnbürste, Zahnpasta: Ein kleiner Überblick über die Hilfsmittel, die beim Zähneputzen unerlässlich sind »

ReadSpeaker

So lassen Sie sich unsere Artikel vorlesen  »

Newsletter: Grüne Taste

Newsletter

Immer gut informiert mit dem kostenlosen Newsletter des Diabetes Ratgeber »

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages