Fünf Fußpilz-Fakten

Wie gut wissen Sie über Fuß- und Nagelpilz Bescheid? Wir verraten, welche Symptome Sie nicht ignorieren sollten und wie Sie den Pilz am besten behandeln

von Andrea Grill, aktualisiert am 24.03.2017

Sprung ins Wasser: Danach aber gut abtrocknen, denn Pilze mögen Feuchtigkeit


1. Fußpilz juckt? Nicht immer!

Pilzerkrankungen machen sich oft durch Juckreiz bemerkbar. Am Fuß spürt man sie aber häufig erst, wenn sie schon fortgeschritten sind. Der Pilz nistet sich gerne zwischen den Zehen ein, deshalb findet man dort meist die ersten Anzeichen: Die Haut ist schuppig, verhornt, manchmal leicht gerötet. Auch kleine Bläschen können auftauchen. "Diese Symptome bemerken Betroffene oft nicht oder ignorieren sie", sagt Professor Martin Schaller von der Universitäts-Hautklinik Tübingen. Wenn die Infektion fortschreitet, weicht die Haut auf und reißt ein. Erst jetzt wird es unangenehm: Die Zehenzwischenräume­ müffeln, jucken oder tun weh. Diabetiker mit Nervenschäden spüren jedoch selbst bei starkem Befall oft nichts vom Pilz – ein Grund, warum die tägliche Fußinspek­tion so wichtig ist.

Tipp: Kontrollieren Sie Ihre Füße täglich, auch die Sohle und die Haut zwischen den Zehen (ein Spiegel hilft dabei). Wenn Sie Auffälligkeiten erkennen: Gehen Sie zum Arzt.

2. Gelb-braune Zehennägel: Oft gar kein Nagelpilz

"Jede zweite Nagelveränderung, die aussieht wie ein Pilz, hat andere Ursachen", erklärt Haut- und Laborarzt Professor Pietro Nenoff aus Mölbis. Verhornte, verdickte, verfärbte Nägel sind zum Beispiel auch typisch für die Schuppenflechte (Psoriasis). Manchmal zeigt sich eine Psoriasis nur an den Nägeln. Gerade bei Diabetes ­können sich Zehennägel auch durch Druck verändern – etwa infolge zu enger Schuhe, falscher Belas­­tung oder Fehlstellungen der Zehen.

Tipp: Bei Veränderungen der Nägel sollte der Hautarzt die Ursache abklären. Pilze lassen sich beispielsweise unter dem Mikroskop aufspüren oder mit anderen Verfahren nachweisen.

3. Erst am Fuß – dann überall

Von alleine heilt Fußpilz nicht. "Der Pilz fühlt sich wohl am Fuß – freiwillig verschwindet er nicht", sagt Professor Schaller. Der Experte warnt davor, Fußpilz als rein kosmetisches Problem anzusehen. Unbehandelt könne sich der Pilz von der Haut zwischen den Zehen auf die Fußsohlen und Nägel ausbreiten und letztlich die gesamte Haut befallen. Wenn Bakterien in die vom Pilz geschädigte Haut eindringen, können schwere Infektionen und offene Wunden entstehen. Kritisch ist das vor allem für Menschen mit Diabetes, die bereits Nervenschäden und Durchblutungsstörungen an den Füßen haben.

Tipp: Fußpilz können Sie mit Mitteln aus der Apotheke selbst behandeln. Wer Grunderkrankungen wie Diabetes hat, sollte aber unbedingt zum Arzt gehen. Die Therapie von Nagelpilz benötigt meist viel Geduld – hier kann auch die Einnahme von (rezeptpflichtigen) Tabletten erfor­derlich werden. Von Laserbehandlungen bei Nagelpilz rät Experte Nenoff Diabetikern ab: Die Wirksamkeit sei nicht genug belegt, zudem könne der Laser das Risiko für schlecht heilende Fußwunden erhöhen.

4. Sommerzeit, Winterzeit, Pilzzeit

Pilze gedeihen in warmem Klima zwar besser, haben aber ganzjährig Saison. Überall, wo viele Menschen barfuß laufen, sammeln sich auch Pilzsporen: auf Teppichen in Hotelzimmern, Fliesen im Hallenbad, Sauna-Umkleidekabinen oder Gemeinschaftsduschen. "Ausbreiten kann sich der Pilz an den Füßen aber nur, wenn es dort ausreichend feucht und warm ist", betont Dermatologe Schaller. Das kann auch im Winter passieren, wenn die Füße in Sportschuhen oder dick gefütterten Stiefeln schwitzen.

Tipp: Wenn Sie anfällig für Pilzinfektionen sind, können Sie schon bei der Fußpflege vorbeugen. Hautarzt Schaller empfiehlt, die Füße in regelmäßigen Abständen, zum Beispiel immer nach dem Nägelkürzen, mit einem Anti-Pilzmittel einzucremen.

5. Füße weg von Desinfektionsduschen!

Studien haben gezeigt: In der Umgebung von Desinfektionsduschen, wie es sie in vielen Schwimmbädern gibt, tummeln sich besonders viele Pilze. Das sei nicht überraschend, findet Pietro Nenoff: "Wo viele Menschen barfuß laufen, hinterlassen sie auch viele Pilzsporen." Die Einwirkzeit des desinfizierenden Sprühstrahls sei zu kurz, um die Erreger abzutöten. "Dazu müsste man das Desinfektionsmittel mindestens zehn Minuten einwirken lassen", so Nenoff.

Tipp: Laufen Sie in Schwimmbädern und anderen öffentlichen Einrichtungen nicht barfuß. Trocknen Sie nach dem Duschen oder Baden Ihre Füße gründlich ab, auch zwischen den Zehen. Tragen Sie atmungsaktive und bequeme Schuhe aus Naturmaterialien. Desinfizieren Sie die Schuhe gelegentlich mit antiseptischem Spray. Die Socken sollten aus Baumwolle sein, täglich gewechselt und bei 60 Grad Celsius gewaschen werden.


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