Fuß- und Nagelpilz in den Griff bekommen

Wie erkenne ich Fußpilz? Wie beuge ich im Schwimmbad vor? Was tun, wenn der Nagelpilz nicht weg geht? Acht wichtige Tipps für Menschen mit Diabetes

von Birgit Ruf, aktualisiert am 24.03.2017

Fußpilz vorbeugen: Im Schwimmbad Badeschuhe tragen


1. Zwischen meinen Zehen schuppt sich die Haut, juckt aber nicht. Ist das Fußpilz?

Fußpilz beginnt häufig zwischen den Zehen. Normalerweise ist die Haut gerötet, schuppt und juckt. Bei Diabetes kann das Jucken fehlen, weil häufig die Empfindungsnerven in den Füßen geschädigt sind. Vor allem, wer infolge seines Diabetes schon einen Nervenschaden oder Durchblutungsstörungen hat, sollte seine Füße täglich inspizieren und Veränderungen dem Arzt zeigen. Pilz­infektionen an den Füßen sind auch Eintrittspforten für andere Keime und können zu gefährlichen Komplikationen führen.

2. Wie verhindert man am besten eine Ansteckung im Schwimmbad?

Fußpilz-Erreger mögen es feucht und warm. Deshalb infiziert man sich in öffentlichen Schwimmbädern, Saunen oder Duschen besonders häufig. Die beste Vorbeugung:  Badeschuhe tragen. Trocknen Sie Ihre Füße nach dem Schwimmen gut ab, denn in aufgeweichter Haut nisten sich die Pilze leichter ein. Benutzen Sie zum Abtrocknen ein Handtuch, das ausschließlich für die Füße da ist. Und: "Füße weg" von Desinfektionsduschen. Dort tummeln sich die verpilzten Haut-Schüppchen, die der letzte Benutzer abgespült hat. Ihre Badeschuhe sollten Sie dagegen von Zeit zu Zeit desinfizieren.

3. Mein Mann hat Nagelpilz. Wie verhindere ich, dass ich mich anstecke?

Vor allem muss der Pilz natürlich sachgerecht und konsequent behandelt werden. Benutzen Sie keine gemeinsamen Handtücher, und teilen Sie keine Nagelbürs­ten oder -feilen und Ähnliches. Bettwäsche und Socken sollten Sie bei mindestens 60 Grad waschen, wenn möglich bei 95 Grad. Wer Fuß- oder Nagelpilz hat, sollte zudem nicht barfuß durch die Wohnung laufen, um das Ansteckungsrisiko seiner Mitbewohner zu senken.

4. Meine Zehennägel werden immer dicker und verfärben sich. Steckt ein Nagelpilz dahinter?

Pilzinfizierte Nägel werden meist trübe und verfärben sich gelb-bräunlich. Zudem wächst der Nagel unregelmäßig, wird dicker und wölbt sich. Allerdings können solche Veränderungen auch andere Ursachen haben, etwa eine Schuppenflechte (die mitunter nur die Nägel befällt). Die genaue Di­a­­gnose muss der Hautarzt stellen.

5. Mein Nagelpilz geht nicht weg. Was tun?

Ist mehr als die Hälfte des Nagels befallen, wird man den Pilz meist nicht mehr los. Wegen möglicher Nebenwirkungen ist eine Anti-Pilz-Behandlung mit Tabletten aber nur selten sinnvoll. "Meist ist es besser, sich mit dem Pilz zu arrangieren und ihn mit pilztötendem Lack in Schach zu halten, um eine Ausbreitung und Kompli­kationen zu verhindern", sagt Fuß-Experte Dr. Karl Zink vom Diabetes Zentrum Mergentheim.

6. Ist es sinnvoll, einen pilzbefallenen Nagel operativ entfernen zu lassen?

Meist ist es besser, den Nagel zu erhalten und konsequent mit Anti-Pilz-Mitteln zu behandeln. Weil die Erreger auch im Nagelbett sitzen, ist auch nach einer Nagelentfernung eine mehrmonatige Behandlung mit pilztötenden Mitteln nötig. Ein weiterer Grund, der gegen eine Nagelentfernung spricht: Gerade nach langjährigem und schlecht eingestelltem Diabetes ist oft die Wundheilung gestört und das Risiko für Infektionen erhöht. 

7. Ich habe gehört, dass man Nagelpilz mit dem Laser behandeln kann. Hilft das?

Die Lasertherapie wird zwar mitunter angeboten. Allerdings fehlen Beweise dafür, dass sie hilft. Daher zahlen die gesetzlichen Kassen in der Regel nicht dafür.

8. Was ist sonst noch wichtig?  

Pilzsporen sterben erst bei über 60 Grad ab. Diese Temperatur erreichen viele Waschmaschinen im Energiespar-Programm nicht zuverlässig. Waschen Sie Handtücher, Bettwäsche und Baumwollsocken bei 95 Grad. Empfindliche Wäsche, etwa Synthetik-Strümpfe, waschen Sie bei niedrigerer Temperatur und geben Hygie­nespüler dazu. Tipp: Tragen Sie unter Strümpfen oder Strumpfhosen aus Synthetik oder Wolle dünne, kochbare Baumwoll­socken. Sprühen Sie die Schuhe regelmäßig mit einem Desinfektionsspray ein, um Pilzen den Garaus zu machen.

Fußpilz: Das rät der Apotheker

Bei Abwehrschwäche, etwa infolge eines Diabetes, kann sich eine Pilzinfektion rasch ausbreiten. Diabetiker sollten daher immer einen Hautarzt oder Diabetologen zurate ziehen.

Hautpilz wird mit Anti-Pilz-Mitteln (Antimykotika) in Form von Creme, Puder oder Spray behandelt, Nagelpilz mit Lack. Wasserlöslichen Lack trägt man täglich auf, nicht wasserlöslichen nur einmal pro Woche. Bei diesem ist es wichtig, den Nagel vor der Behandlung mit einer Einmalfeile anzurauen.

Die Behandlung erfordert Geduld. Bei Fußpilz dauert sie ein bis mehrere Wochen, bei Nagelpilz oft viele Monate. Wichtig ist, die Mittel konsequent anzuwenden. Bei Fragen dazu lassen Sie sich in der Apotheke beraten.


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