Hilfe bei Hämorriden

Juckreiz und Nässe im Intimbereich: Dahinter stecken oft vergrößerte Hämorriden. Welche Mittel beim Analleiden wirken, erklärt Apothekerin Angelika Krueger
von Birgit Ruf, 22.09.2017

Angelika Krueger ist Apothekerin in Uelzen

W&B/Alexandra von Bery/Michael Löwa

Bei Hämorriden handelt es sich um gut durchblutete Gewebepolster im Bereich des Darmendes. Sie sorgen für die Feinabdichtung des Darms nach außen. Bei chronischer Verstopfung oder beim Pressen während des Stuhlgangs können sie sich vergrößern und dann nässen, jucken, drücken, schmerzen oder bluten.

Gehen Sie bei solchen Symptomen unbedingt erst zum Arzt (zum Beispiel einem Proktologen), vor allem wenn die Beschwerden zum ersten Mal auftreten. Der Arzt schließt aus, dass eine ernste Darmerkrankung die Ursache der Beschwerden ist. Er kann die Hämorriden, je nach Schweregrad, gezielt behandeln.

Sitzbäder gegen den Juckreiz

In leichten Fällen helfen zum Beispiel Sitzbäder mit Kamille oder Eichenrinde. Sie hemmen die Entzündung und mindern den Juckreiz. Für unterwegs sind Salben und Zäpfchen praktisch, zum Beispiel mit Hamamelis­extrakt. Spezielle, in eine Mullauflage verpackte Zäpfchen sorgen dafür, dass der Wirkstoff an der Stelle bleibt, wo er wirken soll, und nicht zu tief in den Darm rutscht.

Bei starken Beschwerden können Sie vorübergehend schmerzstillende Salben oder Zäpfchen mit Lido­cain verwenden. Lassen Sie sich dazu in der Apotheke oder beim Arzt beraten.

Ballaststoffreich essen

Benutzen Sie weiches Toi­letten­papier und bei Bedarf spezielle feuchte Pflegetücher ohne Duftstoffe. Tragen Sie nach dem Stuhlgang eine pflegende Salbe auf, etwa mit Jojoba- oder Bienenwachs, um die gereizte Haut im Analbereich zu schützen.

Sorgen Sie außerdem für regelmäßigen und weichen Stuhlgang. Dabei helfen eine ballaststoffreiche Kost, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und regelmäßige Bewegung, gegebenenfalls auch Ballaststoffpräparate aus der Apotheke, etwa Flohsamen.


Lesen Sie auch:

Frau isst langsam und genießerisch ihr Müsli

Welche Lebensmittel viele Ballaststoffe liefern »

Ballaststoffe sind wichtig. Nicht nur bei Typ-2-Diabetes. Sie fördern die Verdauung und können sogar die Blutzucker- und Cholesterinwerte verbessern. In welchen Lebensmitteln sie stecken »

ReadSpeaker

So lassen Sie sich unsere Artikel vorlesen  »

Newsletter: Grüne Taste

Newsletter

Immer gut informiert mit dem kostenlosen Newsletter des Diabetes Ratgeber »

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages