Sechs Fragen zu Hörgeräten

Sie haben das Gefühl, dass Sie vielleicht ein Hörgerät brauchen? Wir beantworten die sechs wichtigsten Fragen zum Kauf der Hörhilfen
von Birgit Ruf, 06.11.2017

Sie hören schlecht? Dann ist es vielleicht Zeit für ein Hörgerät

Fotolia/Photophonie

1. Stimmt was mit meinen Ohren nicht?

Können Sie Unterhaltungen nur schwer folgen? Drehen Sie den Fernseher so laut, dass sich Ihre Familie beklagt? Das könnten Hinweise auf eine Schwerhörigkeit sein.

2. Hat mein Diabetes damit zu tun?

Hörprobleme treten bei Diabetes häufiger und manchmal schon früher auf als ohne Diabetes. Möglicherweise weil die Verarbeitung der Hörimpulse im Innenohr durch die Stoffwechselerkrankung beeinträchtigt wird. Andere Ursachen wie Lärm, Veranlagung, Alter oder Rauchen spielen aber vermutlich eine größere Rolle als Diabetes.

3. Ich höre schlecht! An wen wende ich mich?

Der HNO-Arzt kann klären, ob etwa zu viel Ohrenschmalz oder eine Entzündung das Problem ist. Er prüft Ihr Gehör und verordnet bei Bedarf Hörhilfen. Der Hörgeräteakustiker hilft, die für Sie passenden Geräte zu finden, und stellt sie exakt auf Ihre Hörprobleme ein.

4. Sind gute Hörgeräte teuer?

Die Krankenkassen zahlen einen Festbetrag, der die Kosten für einfache Geräte mit Digitaltechnik abdeckt. Für Extras, etwa eine automatische Situationserkennung (Musik, Stimmengewirr, Straßenverkehr), werden Zuzahlungen fällig, oft mehrere Hundert Euro.

5. Mit Gerät klingt aber alles so komisch …

So einfach wie eine Brille auf die Nase setzen funktioniert das mit den Hörgeräten oft nicht. Im Idealfall verändert der Akustiker die Hörsignalverstärkung schrittweise, damit sich Ihr Gehirn, wo das Hören verarbeitet wird, an die neue Situation gewöhnt. Sie testen die neue Einstellung im Alltag: etwa im Café mit Stimmengewirr und Zeitungsrascheln, im Straßenverkehr, beim Telefonieren. Dann besprechen Sie mit dem Akustiker, womit Sie noch nicht zufrieden sind. Außerdem hilfreich: Hörtraining mithilfe von CDs, um etwa gleich klingende Wörter unterscheiden zu lernen. Selbsthilfeverbände geben Tipps, wie Sie im Alltag trotz Schwerhörigkeit zurechtkommen: z. B. Deutscher Schwerhörigenbund e. V. (www.schwerhoerigen-netz.de).

6. Warum überhaupt ein Hörgerät tragen?

Das Gehirn verlernt das Hören, wenn es aus den Ohren nur noch schwache Impulse bekommt. Machen Sie einen Hörtest, wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie schlecht hören. Frühzeitige Versorgung mit Hörgeräten trägt dazu bei, das Hörvermögen zu erhalten.

Beratung: Edith Feneis-Schuster, Heilpädagogin beim BLWG – Fachverband für Menschen mit Hör- und Sprachbehinderung e. V., München; Dr. Uso Walter, HNO-Arzt, Duisburg


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