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Was bei vergrößerter Prostata hilft

Bei vielen Männern wächst die Vorsteherdrüse im Alter an und bereitet beim Wasserlassen Probleme. Alltagsänderungen sowie Medikamente lindern die Beschwerden. Manchmal kann eine Operation sinnvoll sein

von Andrea Grill, 31.03.2017
Mann mit Schal

Eine Prostatavergrößerung macht Männern im Alter häufig zu schaffen


Wozu ist dieses Ding überhaupt gut? Das fragt sich mancher Mann, der über seine Prostata zum ersten Mal im Leben nachdenkt, wenn sie – meist ab einem Alter von 50, 60 Jahren – Probleme macht. Der Grund: Das normalerweise kastaniengroße Gebilde wächst im Laufe der Jahre und erschwert dann das Wasserlassen. Die Ursache sind vermutlich Veränderungen im Hormonhaushalt.

"Stellen Sie sich die Prostata als eine Kastanie vor, die unter der Blase sitzt und die Harnröhre umschließt", erklärt Professor Thorsten Bach, Chefarzt der Urologie im Asklepios Klinikum Hamburg-Harburg. Die äußere Schale sei relativ fest. "Das innere Gewebe der Drüse wächst, kann sich aber nur begrenzt nach außen dehnen – also drückt es irgendwann auf die Harnröhre."

Beschwerden beim Wasserlassen

Das tut zwar nicht weh, bereitet aber vier von zehn Männern über 50 Jahre beim Toilettengang Beschwerden. Bei manchen wird der Urinstrahl durch die eingeengte Harnröhre schwächer, das Wasserlassen dauert länger und wird mühsam. Andere leiden unter einer "Reizblase" und spüren ständig den Drang, zur Toilette zu müssen. Die Beschwerden sind oft stärker, wenn sich zu einer Prostatavergrößerung ein Diabetes gesellt.

"Problematisch wird es, wenn der Diabetes schlecht eingestellt ist", sagt der Urologe Dr. Holger Uhthoff aus Speyer. Dann könne die Zuckerkrankheit Nerven schädigen und dadurch die Blasenfunktion stören. "Die Blase entleert sich nicht mehr richtig, beim Urinieren bleibt Restharn zurück", so Uhthoff. Dieser erhöhe das Risiko für Infektionen, der Mann müsse zudem häufiger aufs Klo. Außerdem wirke viel Zucker im Blut harntreibend, Betroffene müssten mehr Wasser lassen. "Kommen schlechte Zuckerwerte und eine vergrößerte Prostata zusammen, addieren sich die negativen Effekte", warnt Uhthoff.

Harndrang im Alltag lindern

Manche Blasenprobleme lassen sich schon allein dadurch lindern, dass der Dia­betes gut behandelt wird. Auch kleine Änderungen im Alltag bringen manchmal etwas: Wen häufiger Drang plagt, der sollte harntreibende Getränke wie etwa Kaffee nur in Maßen konsumieren. Nächtliche ­­Toilettenbesuche lassen sich reduzieren, indem man spätabends nur wenig trinkt.

"Ist die Prostata stark vergrößert, wird diese Therapie oft mit weiteren Wirkstoffen kombiniert, die nicht nur Symptome lindern, sondern an der Ursache ansetzen", erklärt Thorsten Bach. Diese Präparate greifen in den Hormonhaushalt ein und lassen die Drüse wieder schrumpfen. Damit sie wirken, müssen sie aber über viele Monate eingenommen werden.

OP kann sinnvoll sein

Seit kurzer Zeit setzen Ärzte auch Potenzmittel zur Behandlung der Prostatavergrößerung ein. Wichtig: Die Mittel dürfen nur nach Verordnung durch den Arzt eingenommen werden. Denn sie können zum Beispiel bei Herzpatienten gefährliche Wechselwirkungen haben.

Wenn sich die Beschwerden trotz Behandlung nicht bessern, hilft eine Opera­­tion. Chirurgen nutzen dafür endoskopische Verfahren und zunehmend auch Lasertechniken. Die wichtigsten zeigen und erklären unsere Abbildungen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Schwacher Harnstrahl, Nachtröpfeln, plötzlicher starker Harndrang – diese und weitere Symptome können auf eine Prostatavergrößerung deuten. Ansprechpartner sind der Hausarzt und der Urologe
  • Wenn Medikamente nicht helfen, setzen Urologen heute meist auf endoskopische Eingriffe durch die Harnröhre

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