Tipps gegen eingerissene Mundwinkel

Mundwinkel sind oft trocken, rissig oder sogar entzündet. Wir erklären, woran das liegen kann – und wie Sie wieder unbeschwert lächeln können

von Sabine Lotz, 23.11.2016

Die Haut ist bei Diabetes oft trocken und neigt daher zu eingerissenen Mundwinkeln


Gereizte Mundwinkel: Eine Frage des Alters

Eingerissene Mundwinkel sind vor allem bei älteren Menschen häufig. Mit den Jahren werden die Lippen schlaffer, verlieren an Fülle und Form. Zudem nutzen sich die Zähne allmählich ab und werden kürzer. Folge: Die Lippen können sich nicht mehr nach außen wölben, und in den Mund­winkeln sammelt sich Speichel. Das reizt die Haut und trocknet sie aus.

Was hat Diabetes damit zu tun?

Menschen mit Diabetes leiden häufiger unter Rhagaden (der Fachbegriff für eingerissene Mundwinkel). Denn ihre Haut ist oft anfälliger und neigt zu Trockenheit. Die Risse können sich bei Diabetes auch leichter mit Keimen infizieren.

Den Ursachen auf der Spur

Häufiges Lippenlecken macht die Mundwinkel anfällig. Sie trocknen aus und werden rissig. Da hilft nur konsequente Pflege, etwa mit einer Wundsalbe. Fragen Sie dazu Ihren Apotheker. Nützlich sind auch zinkhaltige Salben, die über Nacht einwirken. Neben zu viel Speichel kann ein Mangel an bestimmten Mineralstoffen (vor allem Zink, Eisen) zu wunden Mundwinkeln führen. Diesen Mangel kann der Hausarzt feststellen. In seltenen Fällen ist auch eine Allergie gegen eine bestimmte Zahnpas­ta beteiligt, die den Mundwinkeln zusetzt. Das klärt der Hautarzt.

Schadet die Zahnprothese den Mundwinkeln?

Häufige Ursache für Mundwinkelprobleme: Die dritten Zähne sitzen nicht richtig. Dann schließen sich die Lippen nicht optimal, und in den Mundwinkeln sammelt sich Speichel. Die Lösung des Problems nennt Zahnarzt Dr. Ralf Pineda aus Oberschleißheim bei München: "Hebt man die Höhe der Prothese an, kommen die Zähne beim Mundschließen früher in Kontakt, und die Speichelnischen in den Mundwinkeln werden kleiner." Ist eine neue Prothese fällig, sollte sie der Arzt gleich "mundwinkelfreundlich" anpassen.

Hyaluronsäure für die Mundwinkel?

Manche Hautärzte unterspritzen die Mundwinkel mit dem wasserbindenden Wirkstoff Hyaluron. Dadurch hebt sich das Gewebe, sodass sich in den Mundwinkeln kaum noch Speichel sammelt. Nachteil: Durch die Behandlung kann es zu Schwellungen und zu Verhärtungen kommen, die sich als kleine Knubbel zeigen. Außerdem ist der Eingriff teuer: Pro Mundwinkel sind rund 250 Euro fällig, so die Hamburger Haut­ärztin Dr. Birgit Kunze. Die gesetzlichen Kassen zahlen dafür nicht. Die Wirkung hält nicht länger als ein Jahr an.

Wann zum Hautarzt?

Verschwinden die wunden Stellen nicht, werden sie größer und wirken entzündet, sollten Sie sich an den  Hautarzt wenden. Er kann mittels eines Abstrichs auch feststellen, ob sich Bakterien oder Pilze angesiedelt haben. Dann ist eine gezielte Behandlung nötig, sonst kann es zu hartnäckigen Problemen kommen.


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