Gesunde Psyche, gesundes Herz

Eine neue US-Studie zeigt: Herzpatienten mit positiver Grundeinstellung leben gesünder. Woran liegt das?

von Stephan Soutschek, 09.10.2015

Strandspaziergang: Wer sich wohl fühlt, dessen Herz geht es besser


Ist das Glas halbvoll oder halbleer? Wie die Antwort auf diese Frage ausfällt, ist möglicherweise nicht nur für Hobby-Psychologen interessant, sondern auch für Herzpatienten und ihr Umfeld. Denn positive Emotionen könnten Menschen mit koronarer Herzerkrankung dabei helfen, eine gesunde Lebensweise aufrecht zu erhalten. Diesen Schluss legt eine Untersuchung der Penn State Universität im US-Bundesstaat Pennsylvania nahe. Die Studie erschien im Journal Psychosomatic Medicine.

Bei der koronaren Herzkrankheit bilden sich Engstellen an den Herzkranzgefäßen. Grund dafür sind meist Kalkablagerungen an den Gefäßwänden. Für Patienten ist ein gesunder Lebensstil wichtig, um gefährliche Folgen wie einen Herzinfarkt zu vermeiden.

Herzpatienten zu Gewohnheiten befragt

Die Forscher begleiteten rund 1000 Patienten mit koronarer Herzerkrankung über einen Zeitraum von fünf Jahren. Zu Beginn und am Ende gaben die Teilnehmer in Fragebögen jeweils Auskunft, inwiefern vorteilhafte Eigenschaften wie "interessiert", "stolz" oder "enthusiastisch" bei ihnen vorlagen. Außerdem erfasste das Team um Erstautorin Nancy Sin bestimmte Gewohnheiten der Patienten, die für die Gesundheit relevant sind: Ob sie rauchten, Alkohol tranken, Sport trieben und wie gut sie schliefen.

"Wir stellten fest, dass positive Emotionen mit einer Reihe von gesunden Gewohnheiten einhergehen", sagt Sin. Ging es den Teilnehmern zu Studienbeginn in psychischer Hinsicht gut, waren sie aktiver, schliefen besser und rauchten seltener. Nur beim Alkoholkonsum gab es keinen Zusammenhang. Besserte sich im Verlauf der fünf Jahre die Stimmungslage der Betroffenen, stiegen auch das Sportpensum und die Schlafqualität an.

Positive Einstellung motiviert

Lebten die Teilnehmer gesünder, weil es ihnen gut ging? Oder ging es ihner wegen ihren gesunden Gewohnheiten gut? Das ist eine klassische Henne-Ei-Frage. Die Untersuchung selbst kann nicht klären, was zuerst da war. Wahrscheinlich beeinflussen sich beide Faktoren wechselseitig.

Psychisches Wohlbefinden ist auf jeden Fall für die Langzeitmotivation hilfreich. Wer positiv denkt, lässt sich außerdem bei Hindernissen und Rückschlägen weniger aus der Bahn werfen. Eine solche vorteilhafte Einstellung ist zum großen Teil eine Frage des persönlichen Charakters. Zudem lässt sie sich aber auch erlernen, etwa im Rahmen einer Psychotherapie oder in Patientenschulungen.

Quellen: Psychosomatic Medicine, EurekAlert


Nachrichten zum Thema Diabetes

Handy

Aktuelle Nachrichten zum Thema Diabetes