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Insulinempfindlichkeit

Die Insulinempfindlichkeit gibt an, wie stark die Körperzellen auf das Hormon Insulin ansprechen. Bei der Stoffwechselkrankheit Typ-2-Diabetes ist die Insulinwirkung beeinträchtigt

aktualisiert am 01.06.2021

Das Hormon Insulin öffnet die Körperzellen für Traubenzucker (Glukose), die diesen zur Energiegewinnung benötigen. Wie viel Insulin für das Einschleusen des Zuckers nötig ist, hängt von der Insulinempfindlichkeit (auch: Insulinsensitivität) der Zellen ab.

Typ-2-Diabetes: Insulinempfindlichkeit verringert

Eine verminderte Insulinempfindlichkeit (Insulinresistenz) ist charakteristisch für den Diabetes mellitus Typ 2. Die Zellen sprechen bei dieser Stoffwechselkankheit schlechter auf Insulin an. Als Folge ist der Glukosespiegel im Blut zu hoch, was gefährliche Stoffwechselentgleisungen und auf Dauer schwere Schädigungen an zahlreichen Organen nach sich ziehen kann.

Schon im Vorstadium eines Typ-2-Diabetes ist die Insulinempfindlichkeit meist herabgesetzt. In der Folge schüttet die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin aus, um den Blutzuckerspiegel in den Griff zu kriegen. Mit der Zeit gehen beim Typ-2-Diabetes jedoch häufig die Insulin produzierenden Zellen zugrunde, so dass die Insulinproduktion nachlässt.

Die Neigung zu einer verminderten Insulinempfindlichkeit ist zum Teil erblich bedingt. Zudem können Übergewicht und Bewegungsmangel die Insulinempfindlichkeit verringern. Sie sind deshalb wichtige Risikofaktoren für die Entstehung eines Typ-2-Diabetes.

Natürliche Schwankungen

Die Insulinempfindlichkeit ändert sich außerdem im Tagesverlauf. Morgens ist sie am niedrigsten. Dies ist unter anderem auf den Einfluss verschiedener Hormone (Cortisol, Wachstumshormon) zurückzuführen. Wer seinen Diabetes mit einer intensivierten Insulintherapie behandelt, benötigt deshalb in den frühen Morgenstunden meist mehr Insulin als abends. Mittags und gegen Mitternacht ist dagegen die Insulinempfindlichkeit am größten und der Insulinbedarf üblicherweise am geringsten.

Krankheiten, Psyche und Hormone

Auch die Körperfettmasse und der Trainingszustand der Muskulatur beeinflussen die Insulinempfindlichkeit. Aktive Muskeln verbessern die Insulinwirkung, ein hoher Körperfettanteil verschlechtert sie.

Bei Erkrankungen und bei psychischen Belastungen ist die Insulinempfindlichkeit ebenfalls oft verringert. Stresshormone spielen hier eine Rolle. Auch Sexualhormone beeinflussen die Insulinempfindlichkeit und können für einen veränderten Insulinbedarf während der Pubertät und während des Monatszyklus verantwortlich sein.