Insulintherapie bei Typ-1-Diabetes

Für Menschen mit Typ-1-Diabetes stehen verschiedene Formen der Insulintherapie zur Wahl. Standard ist die intensivierte konventionelle Therapie

aktualisiert am 24.11.2017
Junge Frau bindet sich ihre Schuhe vor dem Laufen

Moderne Insulintherapien erlauben bei Typ-1-Diabetes ein normales, aktives Leben


Fast alle Menschen mit Typ-1-Diabetes nutzen die sogenannte intensivierte konventionelle Therapie (ICT). Die lange Zeit übliche konventionelle Insulintherapie (CT), bei der der Patient zweimal täglich eine festgelegte Mischung aus kurz und lang wirkendem Insulin spritzt, spielt heute kaum noch eine Rolle. Eine Alternative zur ICT bildet eine Insulinpumpentherapie.

1. ICT: Intensivierte konventionelle Therapie

Prinzip: Der Patient spritzt ein- bis zweimal täglich Langzeitinsulin, um den Grundbedarf abzudecken. Kurz wirkendes Insulin soll zusätzlich Blutzuckeranstiege zu den Mahlzeiten ausgleichen oder akut erhöhte Werte korrigieren. Die dabei jeweils benötigte Dosis an Insulin berechnet der Patient selbstständig.

Für wen? Bei der ICT wird die gespritzte Insulindosis immer an den tatsächlichen Bedarf angepasst. Das erlaubt ein weitgehend normales Leben, erfordert gleichzeitig aber einen Patienten, der in der Lage ist, sich verantwortungsvoll um seinen Diabetes zu kümmern und die Therapie im Alltag selbstständig durchzuführen. Er muss zum Beispiel den Kohlenhydrat-Gehalt im Essen richtig einschätzen können sowie durch Messungen seinen Blutzucker im Auge behalten. Das nötige Wissen dazu lernen Patienten zu Beginn der Therapie, nach Möglichkeit in einer Schulung.

Beispiele verschiedener ICT-Injektionsschemata

(gelb: Basalinsulin; rot: Bolusinsulin)

Infografik ICT
Infografik ICT
Infografik ICT
Infografik ICT

2. CSII: Insulinpumpen-Therapie

Prinzip: Der Patient trägt ein kleines Gerät am Körper, das über eine Kanüle laufend Insulin ins Gewebe abgibt. Mittels Knopfdruck kann der Pumpenträger bei Bedarf, etwa zu den Mahlzeiten, zusätzlich eine größere Menge Insulin freisetzen.

Für wen? Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten die Kosten für eine Insulinpumpe nur in Ausnahmefällen – in der Regel nur bei Diabetikern, die ihren Stoffwechsel mit einer ICT nicht in den Griff kriegen oder zu schweren Unterzuckerungen neigen. Häufig erhalten Kinder mit Typ-1-Diabetes eine Insulinpumpe.

3. CT: Konventionelle Therapie

Prinzip: Zu bestimmten Uhrzeiten spritzt der Patient Insulin. Die Dosis ist ebenso wie die Mischung von schnell und lang wirkendem Insulin vorab vom Arzt festgelegt worden. Der Patient muss sich bei den Essenszeiten und der Mahlzeitenzusammensetzung an feste Pläne halten, um zu hohe oder zu niedrige Blutzuckerwerte zu vermeiden.

Für wen? Die konventionelle Insulintherapie kommt bei Typ-1-Diabetes heute kaum noch zum Einsatz. Sie findet vor allem bei Patienten Verwendung, welche die Anforderungen der intensivierten konventionellen Therapie wegen geistigen oder körperlichen Einschränkungen nicht erfüllen können oder dies nicht möchten.


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