Intensivierte Insulintherapie (ICT)

Die intensivierte Insulintherapie ist ein Standard-Behandlungsschema bei Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes. Patienten spritzen dabei kurz- und langwirkendes Insulin. Die Methode erlaubt mehr Freiheit als die konventionelle Therapie

aktualisiert am 27.12.2016

Die intensivierte Insulintherapie ist ein häufiges Behandlungsschema bei Diabetes


Viele Patienten mit Diabetes, die eine Insulintherapie benötigen, gehen heute nach den Regeln der intensivierten Insulintherapie (ICT für Intensified Conventional Therapie) vor. Bei dieser spritzen Betroffene ein- bis zweimal mit einem Pen täglich ein langwirkendes Basalinsulin, manchmal auch öfter ein Verzögerungs-Insulin, das den Grundbedarf des Körpers an Insulin abdecken soll. Zusätzlich injizieren sie zu den Mahlzeiten ein kurzwirkendes Insulinpräparat (den sogenannten Bolus), um den Blutzuckeranstieg nach dem Essen abzufangen.

Der Vorteil dieses Therapieschemas ist, dass sich mit ihm der Blutzuckerstoffwechsel meist besser einstellen lässt als etwa mit der konventionellen Insulintherapie. Diese war früher weit verbreitet. Diabetespatienten spritzen bei ihr zweimal täglich eine feste Mischung aus einem schnellen und langsamen Insulin. Sie müssen dann ihre Ernährung entsprechend der gespritzten Menge planen und in der Regel zu festen Zeiten essen.

Die intensivierte Insulintherapie erlaubt dagegen flexible Essensmengen und -zeiten. Patienten decken nur die tatsächlich aufgenommene Nahrung mit schnellem Insulin ab. Die Flexibilität erfordert aber, dass Betroffene regelmäßig ihren Blutzuckerspiegel bestimmen, um die richtige Menge an Bolusinsulin spritzen zu können. Voraussetzung für eine ICT ist deswegen, dass der Patient entsprechend geschult ist.

Die intensivierte Insulintherapie hat die konventionelle weitgehend abgelöst. Letztere kommt vor allem bei Patienten zum Einsatz, die den mit der ICT verbundenen Aufwand nicht leisten können oder wollen, etwa Bewohnern von Pflegeheimen.

Eine Variante der intensivierten Insulintherapie ist die CSII. Bei dieser spritzen Patienten das langwirkende Insulin nicht mit einem Pen, sondern erhalten es über eine Insulinpumpe. Diese gibt laufend Insulin ab. Patienten tragen sie am Körper. Den Bolus zu den Mahlzeiten geben sie mittels Knopfdruck ebenfalls über die Pumpe.