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Peeling: Bei Diabetes sanft vorgehen

Glatte Haut in nur wenigen Sekunden? Das klappt mit Peelings. Wer Diabetes hat, sollte dabei ein paar Dinge beachten. Antworten auf fünf wichtige Fragen

von Dr. Sabine Haaß, 29.08.2016

Es ist wie ein kleines Wunder: Gerade noch wirkte sie schuppig und fahl. Nach einem Peeling fühlt sich die Haut glatt und samtig an. Schäl- oder Rubbelkuren (vom Englischen "to peel" – "schälen") lösen im Gesicht und am ganzen Körper die abgestorbenen Hornzellen von der Hautoberfläche und regen die Durchblutung an. Das Resultat: sommerzarte, streichelweiche Haut. Doch Vorsicht: Wenn Sie Diabetes haben, sollten Sie auf ein paar Dinge achten. Hier die wichtigsten Fragen zum Peeling:

Dürfen Menschen mit Diabetes peelen?

Ja, aber sanft muss es sein. Diabetiker haben trockene, empfindliche Haut. Rubbel-Peelings mit groben Körnern oder Salzen scheiden deshalb aus. "Sie können winzige Verletzungen verursachen, über die Pilze oder Bakterien in die Haut eindringen. Die Folge sind Juckreiz, Infektionen oder Ekzeme", sagt Dr. Anne Hundgeburth, Dermatologin aus Köln.

Welches Peeling ist dann das richtige?

Ideal sind Produkte, die nur oberflächlich wirken und sanft die Hornschüppchen von der Haut lösen. Dermatologin Hundgeburth empfiehlt oberflächliche Peelings mit Fruchtsäuren, sie kommen ohne Rubbeln aus. Wie eine Maske auftragen und fünf bis 15 Minuten einwirken lassen. Währenddessen lösen die Säuren die Hornschüppchen von der Haut. Ähnlich funktionieren Enzympeelings. Hier bearbeiten Enzyme, etwa aus der Papaya, die überschüssigen Zellen. Für alle Peelings gilt: danach sorgfältig abwaschen und die Haut eincremen.

Wie oft darf ich peelen?

Bitte nicht täglich! Maximal einmal pro Woche darf man normale Haut sanft rubbeln. Aber: "Jedes Peeling reizt die Haut", sagt Apothekerin Eva Bartsch aus Jena. "Auf Dauer kann das ihre Schutzfunktion zerstören", ergänzt Anne Hundgeburth. Der perfekte Rhythmus sei alle vier bis sechs Wochen. Denn das ist der Zeitraum, in dem die Haut natürlicherweise neue Zellen entwickelt. Bei trockener oder reifer Haut bitte keinesfalls öfter peelen. Ihre Haut ist sehr empfindlich? Dann peelen Sie nicht in Eigenregie, sondern sprechen Sie mit Ihrem Hautarzt.

Gibt es Alternativen?

Ja. Manchmal hat auch eine Pflegecreme einen Peeling-Effekt. Fruchtsäuren stecken etwa in manchen Bodylotions oder in spezieller Anti-Aging-Pflege. Sie glätten beim Eincremen. Ein Vorteil der Fruchtsäuren: Sie sorgen für einen gesunden Säureschutzmantel der Haut – und damit für eine gute Hautbarriere.

Perfekt für trockene Haut: eine Lotion mit Harnstoff (Urea). Er bindet Feuchtigkeit und entfernt überschüssige Hornzellen. Auch manche Öle für Gesicht oder Körper haben einen glättenden Effekt. Am besten fragen Sie in der Apotheke nach.

Ist ein Fußpeeling erlaubt?

Die Hornhaut an den Füßen ist oft dick, deshalb enthalten herkömmliche Fußpeelings meist extragrobe Schleifpartikel – für Diabetiker sind sie tabu. Wenn überhaupt, empfiehlt Expertin Hundgeburth ein Pflege-Peeling mit Ammonium-Laktat (ist auch eine Fruchtsäure), das ohne gröberes Reiben die Füße glättet. Ist die Haut verletzt, zeigen Sie dies bitte Ihrem Arzt. Rubbeln dürfen Sie dann auf keinen Fall.


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