Laborwerte: AST und ALT (GOT und GPT)

Erhöhte Werte von AST und ALT, auch Transaminasen genannt, können unter anderem auf eine Schädigung der Leberzellen hindeuten
aktualisiert am 05.04.2017

W&B/Thomas Rathay

Was sind AST und ALT?

AST (Aspartat-Aminotransferase, früher Glutamat-Oxalacetat-Transaminase/GOT) und ALT (Alanin-Aminotransferase, früher Glutamat-Pyruvat-Transaminase/GPT) sind Enzyme, die vorwiegend in der Leber, aber auch in Herz und Muskeln vorkommen.

Die Bezeichnung "Transaminasen" stammt daher, dass AST und ALT stickstoffhaltige Gruppen von einer Aminosäure auf eine andere übertragen (transferieren). Gemeinsam mit Gamma-GT und Bilirubin werden AST und ALT häufig als "Leberwerte" bezeichnet.

Warum werden AST und ALT gemessen?

Normalerweise finden sich im Blut nur geringe Konzentrationen von ALT und AST. Werden Leberzellen geschädigt, zum Beispiel im Rahmen einer Leberentzündung (Hepatitis) oder bei chronischem Alkoholmissbrauch, treten diese Enzyme ins Blut über. Die Diagnose einer speziellen Leberkrankheit ist mit den Transaminasen nicht möglich – dafür sind weitere Untersuchungen nötig (zum Beispiel eine Gewebeprobe aus der Leber).

Aber auch andere Ursachen wie Medikamente oder Entzündungskrankheiten können zu einem Anstieg der Transaminasen führen. Ein Anstieg der Transaminasen kann auch auf eine Fettleberhepatitis hinweisen. Dies ist eine Leberentzündung infolge einer Leberverfettung. Leberverfettungen können eine Insulinresistenz fördern und spielen vermutlich eine Rolle bei der Entstehung eines Diabetes mellitus vom Typ 2.

Wie hoch sind die Normalwerte?

Im Allgemeinen (laborabhängig) gelten folgende Normalbereiche für AST und ALT:

Männer: 10 bis 50 Units pro Liter (U/l)

Frauen: 10 bis 35 Units pro Liter (U/l)

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor unterscheiden. Außerdem gibt es unter Umständen tageszeitliche und jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.



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