Laborwerte: Amylase und Lipase

Amylase und Lipase sind Verdauungsenzyme, die aus der Bauchspeicheldrüse in den Darm abgegeben werden. Ein Anstieg dieser Enzyme im Blut kann ein Hinweis auf eine Bauchspeicheldrüsenentzündung sein

aktualisiert am 05.04.2017

Hohe Amylase- und Lipasewerte können auf eine Bauchspeicheldrüsenentzündung hinweisen


Was sind Amylase und Lipase?

Amylase und Lipase sind Verdauungsenzyme. Sie werden in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) produziert und bei Bedarf in den Dünndarm abgegeben. Dort helfen sie, die im Magen vorverdauten Nahrungsbestandteile zu zerkleinern, damit sie ins Blut übertreten können. Die Amylase spaltet lange Kohlenhydrate in kleine Zuckerstücke. Die Lipase hilft bei der Aufspaltung der Nahrungsfette.

Wann werden die Amylase- und Lipasewerte gemessen?

Der Arzt bestimmt die Amylase- und Lipasewerte vor allem dann, wenn der Verdacht auf eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) besteht.

Wie hoch sind die Normalwerte?

Normalerweise liegt die Amylase-Konzentration im Blutserum Erwachsener unter 110 Units pro Liter (U/l) und die Lipase-Konzentration unter 67 U/l.

In Abhängigkeit von der Labormethode können auch andere Normalbereiche gelten. Zahlreiche Krankheiten, aber auch viele Medikamente können ebenfalls vorübergehende oder leichte Anstiege von Amylase und Lipase verursachen.

Welche Rolle spielen die Enzyme Amylase und Lipase bei Diabetes?

In der Routinediagnostik im Rahmen eines Diabetes mellitus spielen die Enzyme Amylase und Lipase keine Rolle. Sie lassen auch keinen Rückschluss auf die Fähigkeit der Bauchspeicheldrüse zu, Insulin zu produzieren. Allerdings kann es infolge einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung, bei der die Enzyme Amylase und Lipase im Blut häufig erhöht sind, zu einem Nachlassen der Insulinproduktion bis hin zur Manifestation eines Diabetes mellitus kommen.

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor unterscheiden. Außerdem gibt es unter Umständen tageszeitliche und jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.


Nachrichten zum Thema Diabetes

Handy

Aktuelle Nachrichten zum Thema Diabetes