Laborwerte: Cholesterin

Das "Blutfett" Cholesterin erfüllt wichtige Aufgaben im Körper. Schädlich ist es erst dann, wenn zu viel davon im Blut ist

aktualisiert am 04.04.2017
Blutproben


Was ist Cholesterin?

Die zu den Fetten zählende Substanz wird mit der Nahrung aufgenommen, größtenteils aber vom Körper selbst vor allem in der Leber gebildet.

Cholesterin erfüllt wichtige Funktionen im Körper. Es ist zum Beispiel der Grundbaustein für Gallensäuren und verschiedene Hormone.

Damit Fette (Lipide) wie das Cholesterin im Blut transportiert werden können, sind sie immer an Eiweiße (Proteine) gebunden. Man unterscheidet zwei Varianten dieser Lipoproteine:

HDL (high density lipoprotein, Lipoprotein hoher Dichte) – so genanntes "gutes Cholesterin", weil es der Arterienverkalkung (Arteriosklerose) entgegenwirken soll

LDL (low density lipoprotein, Lipoprotein niedriger Dichte) – so genanntes "schlechtes Cholesterin", weil es Arteriosklerose fördert.

Wann wird der Wert bestimmt?

Der Arzt kann anhand des Spiegels von HDL- und LDL-Cholesterin im Blut das Risiko für eine sogenannte Arterienverkalkung (Arteriosklerose) und damit für Herz-Kreislauf-Krankheiten abschätzen. Für Menschen mit Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes ist eine Kontrolle der Werte ein- bis zweimal pro Jahr empfehlenswert.

Der LDL-Spiegel sollte möglichst niedrig sein, der HDL-Spiegel möglichst hoch. Denn LDL gibt das gebundene Cholesterin direkt ins Blut ab, wenn die Körperzellen damit gesättigt sind. Das ins Blut freigesetzte Cholesterin kann sich an den Gefäßwänden ablagern und so eine Arteriosklerose fördern. HDL dagegen transportiert überschüssiges Cholesterin aus den Gefäßen zur Leber und wirkt deshalb wohl der Arteriosklerose entgegen.

Welche Werte sind normal?

Die Definition eines Normalwertes ist schwierig, auch Gesunde können Werte oberhalb des Grenzwertes aufweisen. Um zu beurteilen, ob eine Behandlung nötig ist, wird der Arzt immer die individuelle Gesamtsituation (zum Beispiel gesundheitliche Vorgeschichte von Patient und Familie, andere Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck und Rauchen) berücksichtigen. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft empfiehlt als ideales Therapieziel bei Diabetes zum Beispiel ein LDL-Cholesterin unter 100 mg/dl (2,6 mmol/l). Bei zusätzlichen Risikofaktoren können auch niedrigere Werte empfehlenswert sein. 

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor unterscheiden. Außerdem gibt es unter Umständen tageszeitliche und jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.


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