Laborwerte: Kreatinin

Kreatinin ist ein Abbauprodukt des Muskelstoffs Kreatin. Weil Kreatinin über die Nieren ausgeschieden wird, steigt seine Konzentration im Blut, wenn die Nierenfunktion eingeschränkt ist

16.07.2014
Blutproben


Was ist Kreatinin?

Kreatinin ist ein Abbauprodukt von Kreatin. Kreatin kommt fast ausschließlich in den Skelettmuskeln vor, die die Substanz als Energiespeicher für die Muskelarbeit benötigen. Etwa ein bis zwei Prozent des Kreatins werden pro Tag zu Kreatinin abgebaut. Kreatinin hat im Organismus keine Funktion und wird über die Nieren ausgeschieden.

Wann steigt der Wert?

Weil Kreatinin über die Nieren ausgeschieden wird, steigt das Kreatinin im Blut, wenn die Nierenfunktion nachlässt. Allerdings wird der Kreatininanstieg erst messbar, wenn die Filterleistung der Niere schon um mindestens 50 Prozent abgenommen hat. Zur Früherkennung eines beginnenden Nierenschadens ist die Kreatininbestimmung daher nicht geeignet.

Welcher Wert ist normal?

Als normal gelten folgende Kreatinin-Werte im Blutserum:

Frauen: bis 1,1 mg/dl (bis etwa 97 μmol/l*)

Männer: bis 1,3 mg/dl (bis etwa 115 μmol/l*)

(* Normalwerte streuen besonders stark, auch wegen individueller Faktoren des Patienten)

Der Kreatininwert lässt nur bedingt einen Rückschluss auf die Schwere eines Nierenschadens zu.

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor unterscheiden. Außerdem gibt es unter Umständen tageszeitliche und jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.


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