Laborwerte: OGTT (Oraler Glukosetoleranztest)

Der orale Glukosetoleranztest zeigt, wie stark der Blutzucker nach Trinken einer definierten Zuckerlösung steigt. Der Test hilft, Menschen mit erhöhtem Diabetesrisiko oder manifestem Typ-2-Diabetes zu erkennen

aktualisiert am 05.04.2017


Was heißt "OGTT"?

Zucker, der vom Darm ins Blut gelangt, wird mit Hilfe des Hormons Insulin in die Körperzellen geschleust. Dies verhindert ein starkes Ansteigen der Blutzuckerwerte. Der "orale Glukosetoleranztest" (OGTT, Zuckerbelastungstest) zeigt, ob dieser Mechanismus gestört ist.

Wie funktioniert der Test?

Gewöhnlich trinkt der Patient, nachdem er vorher circa zehn Stunden keine Nahrung zu sich genommen hat, 250 ml Wasser mit 75 Gramm Traubenzucker. Vor dem Trinken der Zuckerlösung sowie nach ein und nach zwei Stunden nimmt der Arzt Venenblut ab und bestimmt den Blutzucker im Plasma.

Sowohl ein erhöhter Nüchternwert (ab 126 mg/dl bzw. 7,0 mmol/l) als auch ein erhöhter 2-Stunden-Wert (über 200 mg/dl bzw. 11,1 mmol/l) sprechen für das Vorliegen eines Diabetes. Wird Kapillarblut aus der Fingerbeere verwendet, gelten andere Grenzwerte.

Wann ist der Test sinnvoll?

Der Blutzucker-Belastungstest wird beispielsweise dann durchgeführt, wenn trotz normaler Nüchtern-Blutzuckerwerte ein Verdacht auf Typ-2-Diabetes besteht – zum Beispiel wenn ein Patient übergewichtig ist und in seiner Familie gehäuft Diabetes vorkommt oder wenn der Nüchternwert grenzwertig erhöht ist (zwischen 100 und 125 mg/dl bzw. 5,6 und 6,9 mmol/l).

Als allgemeiner Diabetes-Suchtest wird der OGTT nicht empfohlen. Auch wenn die übrigen Werte einen Diabetes eindeutig nachweisen, ist der Test nicht sinnvoll.


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