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Glück auf Rezept:
Ich war richtig glücklich, weil ...

... eine neue Festplatte ist wie ein neues Leben, na na na na na naaaaah, meint Nadja aus Wiesbaden

von Dr. Eckart von Hirschhausen, 08.11.2016
Kabarettist Dr. Med. Eckart von Hirschhausen

Dr. med. Eckart von Hirschhausen


Dr. med. Eckart von Hirschhausen, Arzt und Kabarettist, analysiert für Leser des Diabetes Ratgeber individuelle Glücksmomente und stellt für jeden das passende Glücksrezept aus:

Liebe Nadja,

da nimmt jemand den Zusammenbruch seiner gesamten Daten auf dem Computer gelassen hin, mit Humor, sogar mit einem Liedchen, das spontan von "eine neue Liebe" auf "Festplatte" umgedichtet wird. Großartig. Und das ist gleichzeitig ein schönes Beispiel dafür, wie unsere Festplatten schon ein fester Bestandteil unseres Liebeslebens, unseres Glückes und Unglückes geworden sind. Im Gegensatz zum Vorurteil, Computer seien etwas für die junge Generation, sind es gerade die Menschen über 50, die öfter "online" als spazieren gehen.

Eine Zeitungsmeldung aus England geht mir nicht aus dem Kopf: Immer mehr Menschen lassen sich mitsamt ihrem Computer und ihrem Mobiltelefon beerdigen. Warum eigentlich? Ist die Technik schon Teil unseres Körpers geworden, dass wir sie mit ins Grab nehmen wollen? Oder soll die Nachwelt bestimmte dunkle Bereiche meiner Persönlichkeit besser nicht auf der Festplatte finden können? Oder glaubt man insgeheim, man hätte auch zwei Meter unter der Erde noch Empfang? Aber gibt es im Himmel auch die richtigen Adapter für die Ladegeräte? Große Fragen.

Nach dem Tod bekommt die automatische Telefonansage auf der Mail-Box "Der Teilnehmer ist zurzeit nicht erreichbar" eine ganz neue Bedeutung. Weil der Teilnehmer nicht mehr teilnimmt, sondern sich Hardware und Software auf verschiedene Wege begeben haben.

Früher träumte ich den Albtraum-Klassiker, morgens aus dem Haus zu gehen und erst beim Einkaufen mitten im Laden zu merken, dass ich vergessen habe, mich anzuziehen. Heute ist mein Albtraum, unterwegs zu merken, dass ich mein Handy zu Hause vergessen habe. Dann fühle ich mich richtig nackt! Je mehr ich mich emotional an meine technischen Prothesen binde, desto unglücklicher werde ich, weil von denen im wahrsten Sinne des Wortes nichts zurückkommt, nichts als Ärger. Festplatten "crashen", Netze haben Löcher, Formate sind nicht lesbar. Da kann man auch für Nadja nur hoffen, dass es von ihrer Festplatte ein "Backup" gibt, eine Sicherungskopie.

Und für alle Leser: jetzt die Daten sichern! Für Glück im Unglück. Und bei allen Kopien an den verschiedenen Orten sollten Sie sich gelegentlich auch vergewissern: Auf welcher Seite des Computerbildschirms sitzt das Original?


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