Medikamente gegen Typ-2-Diabetes: SGLT-2-Hemmer

Wirkstoffe wie Dapagliflozin, Empagliflozin und Canagliflozin gehören zur Gruppe der SGLT-2-Hemmer. Sie dienen der Behandlung von Typ-2-Diabetes und senken den Blutzuckerspiegel

aktualisiert am 11.05.2017

Dapagliflozin bewirkt, dass die Nieren mehr Glukose ausscheiden


Wirkmechanismus:

SGLT-2-Inhibitoren senken den Blutzuckerspiegel, indem sie das Eiweiß Natrium-Glukose-Kotransporter 2 (SGLT-2) in den Nieren blockieren. SGLT-2 dient im Körper dazu, Glukose (Traubenzucker) aus dem Primärharn (Vorstufe des ausgeschiedenen Harns) wieder in die Blutgefäße zu befördern. Als Folge steigt deshalb die über die Harnwege ausgeschiedene Glukosemenge. Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel.

Anwendung:

Die Medikamente können bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes dazu dienen, erhöhte Blutzuckerwerte zu senken. Sie eignen sich für Patienten, bei denen Bewegung und gesunde Ernährung allein nicht ausreichen, um den Blutzuckerspiegel zu senken, bei denen Metformin nicht eingesetzt werden darf oder die Metformin nicht vertragen. Außerdem können Arzneistoffe wie Dapagliflozin oder ein anderer SGLT-2-Hemmer als Zusatzmedikament in Verbindung mit anderen Diabetes-Medikamenten einschließlich Insulin verordnet werden. So gibt es SGLT-2-Hemmer teilweise auch als Kombinationspräparate, etwa mit Metformin.

Besonderheiten:

Bei der Einnahme von SGLT-2-Hemmern in Kombination mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen können vermehrt Unterzuckerungen auftreten. Außerdem sind Ketoazidosen möglich. Bei einem entsprechenden Verdacht wird der Arzt einen Ketonkörpertest machen. SGLT-2-Hemmer haben teilweise eine günstige Wirkung auf das Körpergewicht, da der Körper durch die vermehrte Glukoseausscheidung Kalorien verliert.

Nebenwirkungen:

Mögliche Nebenwirkungen sind unter anderem niedrige Blutzuckerspiegel, die die Gefahr von Unterzuckerungen erhöhen, und Flüssigkeitsverlust, vor allem bei älteren Menschen. Auch kann es zu Genital- und Harnwegsinfektionen kommen. Ziehen Sie bei Fieber, Schüttelfrost, Urinveränderungen und akuten Schmerzen im Rücken oder auf einer Körperseite umgehend den Arzt hinzu.

Gegenanzeigen, Vorsichtsmaßnahmen:

Bei Leber- und Nierenfunktionsstörungen, besonders bei schwerer Ausprägung, werden SGLT-2-Hemmer im Allgemeinen nicht empfohlen. Für die einzelnen Arzneistoffe dieser Medikamentengruppe gibt es hierzu und zu einer möglichen Dosisanpassung aber genauere Festlegungen.

Bei Einnahme starker harntreibender Medikamente ("Schleifendiuretika"), in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Menschen, die 75 Jahre oder älter sind, sollte keine Therapie mit einem SGLT-2-Hemmer begonnen werden.

Vor Beginn der Behandlung und währenddessen wird der Arzt die Nierenfunktion in bestimmten Abständen kontrollieren.

Zudem gibt es Hinweise, dass das Risiko für Amputationen insbesondere der Zehen bei der Einnahme von SGLT-2-Hemmern erhöht sein könnte. Der Wirkmechanismus dahinter ist noch unbekannt. Patienten, die SGLT-2-Hemmer einnehmen, sollten deswegen auf eine sorgfältige Fußpflege achten.

Hinweis:

Im September 2016 urteilte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), dass der Wirkstoff Empagliflozin in bestimmten Fällen einen Zusatznutzen besäße. Damit korrigierte er seinen Beschluss aus dem Februar 2015. Diesem zufolge hatte es keine Vorteile. Dapagliflozin und Canagliflozin besitzen derzeit keinen anerkannten Zusatznutzen. Letzteres wird in Deutschland zur Zeit nicht vertrieben.

Wichtig: Diese Informationen ersetzen nicht die Lektüre des Beipackzettels. Lassen Sie sich im Zweifelsfall von Ihrem Apotheker oder Arzt beraten.


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