So laufen Arznei-Nachbestellungen ab

Morgens bestellt, abends geliefert: Geht der Apotheke ein Medikament aus, ist in wenigen Stunden Nachschub da. Wie das funktioniert? Ein Blick hinter die Kulissen

von Daniela Pichleritsch, 29.11.2017
Beratung in der Apotheke

Bestellte Medikamente können Kunden in der Apotheke oft am selben Tag abholen


Eine gigantische Zahl: Mehr als 100.000 Medikamente gibt es in Deutschland. Da ist es völlig normal, dass die Apotheke ein Präparat mal nicht vorrätig hat. Doch keine Sorge. Meist dauert es nur wenige Stunden, bis Sie Ihr Medikament in der Apotheke abholen können – oder es sogar direkt nach Hause geliefert bekommen. Denn viele Apotheken bieten auch einen kostenlosen Botendienst. In jedem Fall versorgt Sie Ihre Apotheke vor Ort schneller mit Medikamenten als jeder Versandhandel. Für Nachschub sorgen Pharmagroßhändler. Diese liefern Tag und Nacht zu festen Terminen Medikamente und andere Produkte in die Apotheken.

Aber wie klappt das so schnell und zuverlässig? Carole Holzhäuer, Inhaberin der Anthemis-Apotheke in Ansbach, und Christoph Greulich, Geschäftsleiter für den Betrieb des Hanauer Vertriebszentrums der Phoenix Pharmahandel GmbH & Co. KG, ließen uns einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Bestellvorgang nicht vorrätiger Rezepte

Um 10:00 Uhr gibt eine Kundin ihr Rezept für ein Metformin-Präparat in der Anthemis-Apotheke in Ansbach ab. Apothekerin Carole Holzhäuer prüft im Computer, ob sie das Präparat auf Lager hat.

Weil das Präparat nicht auf Lager ist, bestellt die Apothekerin es beim Großhandel.

Die Kundin erhält einen Zettel mit der Abholzeit 13:30 Uhr.

Um 10:30 Uhr startet eine Mitarbeiterin im Hanauer Vertriebszentrum des Großhändlers Phoenix die Ausführung der Bestellung. Lieferschein und Rechnung werden gedruckt …

… und den Lieferwannen beigefügt. Diese gelangen per Förderband zu den Automaten, wo die Präparate lagern.

Medikamenten-Förderband

Eine Wanne erreicht den Automaten mit Metformin. Der Automat schiebt das Präparat und weitere Artikel auf ein Laufband. An dessen Ende fällt alles in die Wanne.

Die Wannen gelangen über Förderbänder zum Warenausgang, wo sie für den Transport verschlossen werden.

Medikamenten Transport

Kurz nach 11:00 Uhr lädt ein Fahrer die Wannen in sein Transportfahrzeug und fährt los, um die Apotheken in seinem Gebiet zu den vereinbarten Zeitpunkten zu beliefern.

Gegen 13:00 Uhr bringt ein Fahrer die Lieferung mit dem Metformin-Präparat in die Ansbacher Anthemis-Apotheke. In der roten Wanne sind kühlpflichtige Präparate wie Insulin.

Apotheken-Mitarbeiterin Amelie Uhlmann bucht die Artikel mit einem Scanner in den Warenbestand ein.

Bestellvorgang nicht vorrätiger Rezepte

Das Metformin-Präparat für die Kundin legt sie ins Abholregal, die anderen Medikamente in einen Automaten, der sie ins Lager einsortiert.

Kurz nach 13:30 Uhr gibt die Apothekerin das Metformin-Präparat ab.


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