Diabetischer Nierenschaden: Diagnose

Um eine Nephropathie früh festzustellen, sollten Patienten mit Diabetes routinemäßig einmal pro Jahr ihren Urin auf Eiweiß untersuchen lassen

aktualisiert am 26.09.2016
Urintest auf Toilette

Urinprobe: Einmal jährlich ist ein Albumin-Test bei Diabetes angeraten


Erhöhte Albuminwerte im Urin können auf einen diabetischen Nierenschaden hinweisen. Der Arzt kann dabei den Albumin-Kreatinin-Quotienten im Morgenurin bestimmen. Liegt dieser Wert bei Frauen über 30 mg Albumin/g Kreatinin, bei Männern über 20 mg Albumin/g Kreatinin, liegt der Verdacht auf eine Albuminurie und damit einen Nierenschaden vor.

Da auch intensiver Sport oder eine Blasenentzündung zu höheren Albuminwerten führen können, muss ein zweiter Test dieses Ergebnis bestätigen. Fällt er negativ aus, ist ein dritter Durchlauf notwendig. Finden sich in zwei von drei Proben erhöhte Werte, gilt die Diagnose Albuminurie (je nach Ausprägung auch Proteinurie genannt) als gestellt.

Diabetiker sollten den Urin routinemäßig einmal im Jahr auf das Eiweiß Albumin untersuchen lassen, entweder beim Hausarzt oder Diabetologen. Denn nur bei regelmäßiger Kontrolle kann eine Nephropathie früh erkannt werden.

Kreatinin-Clearance zeigt Filterleistung der Nieren an

Weisen die Albuminwerte auf einen Nierenschaden hin, wird der Arzt weitere Untersuchungen vornehmen. Dazu gehört in erster Linie die Bestimmung der "Kreatinin-Clearance". Bei dieser handelt es sich um eine exaktere Messung der Filterleistung der Nieren, für die eine Blut- und Urinprobe nötig sind. Die Kreatinin-Clearance gibt Aufschluss darüber, wie gründlich die Nieren Kreatinin aus dem Blut filtern.

Um die Clearance zu ermitteln, muss entweder der Urin des Patienten über einen bestimmten Zeitraum – in der Regel einen Tag – gesammelt werden. Oder sie lässt sich anhand einer Blutprobe mit Hilfe einer Formel näherungsweise berechnen.

Bei Nierenschaden sind weitere Untersuchungen wichtig

Ist bei einem Diabetespatienten eine beständige Mikroalbuminurie diagnostiziert, ist klar, dass die Nieren in Gefahr sind – und mit ihnen auch andere Organe wie Herz und Augen. Denn auch vor diesen machen die diabetischen Gefäßschäden nicht Halt. Deshalb sollten spätestens jetzt weitere Untersuchungen gemacht werden, vor allem:

  • eine Netzhautuntersuchung beim Augenarzt
  • ein EKG, gegebenenfalls auch ein EKG unter Belastung, um Durchblutungsstörungen des Herzens zu erkennen
  • eine Blutdruckmessung über 24 Stunden
  • eine Fußuntersuchung (Hinweise auf Durchblutungsstörung und Nervenschaden) und eine Bestimmung der Blutfettwerte

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