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Sensomotorische Neuropathie

Erhöhte Blutzuckerwerte bei Diabetes können die Nerven schädigen, die für Bewegungen und Empfindungen zuständig sind

aktualisiert am 02.05.2017
Test des Vibrationsempfindens

Ein Stimmgabeltest liefert Hinweise auf eine sensomotorische Neuropathie


Bei der sensomotorischen Neuropathie liegen Schädigungen an den Nerven vor, die für Bewegungsabläufe und Empfindungen wie Schmerz, Hitze und Kälte zuständig sind. Im Gegensatz dazu sind bei der autonomen Neuropathie Nerven beeinträchtigt, die verschiedene Organe und Körperfunktionen steuern, die wir nicht bewusst kontrollieren können. Beide Nervenleiden können im Rahmen einer diabetischen Neuropathie infolge erhöhter Blutzuckerwerte bei Diabetes auftreten.

Schädigungen an den sensiblen und motorischen Nerven entstehen oft schleichend. Häufig breiten sich dann von den Füßen Beschwerden wie Taubheitsgefühl, Kribbeln, Ameisenlaufen, erhöhte Berührungsempfindlichkeit oder stechende, bohrende oder brennende Schmerzen strumpfförmig auf Füße und Unterschenkel aus. Gleichzeitig können das Temperaturempfinden und der Vibrationssinn eingeschränkt sein oder ausfallen. Das Schmerzempfinden kann ebenfalls verlorengehen, so dass Verletzungen und Druck durch nicht passende Schuhe unbemerkt bleiben.

Nervenschäden bedingen diabetischen Fuß

Der Ausfall motorischer Nerven am Fuß kann zu Fehlstellungen führen, zum Beispiel zu den sogenannten Krallenzehen. Wenn der Vorfuß beim Gehen herabhängt, stolpern Betroffene über die eigenen Zehen und stürzen. Die Neuropathie sensibler und motorischer Fußnerven ist ein entscheidender Faktor bei der Entwicklung des diabetischen Fußes, einem gefährlichen Folgeleiden der Zuckerkrankheit.

So stellt der Arzt die Diagnose

Zur Diagnostik sensibler und motorischer Nervenstörungen gibt es eine Vielzahl sehr einfacher Verfahren wie Reflextests, die Stimmgabel zur Prüfung des Vibrationsempfindens, das Mikrofilament, eine Nadel mit spitzem und stumpfem Ende oder Verfahren zur Prüfung des Temperatursinns.

Mit aufwändigen Apparaturen können etwa Abweichungen der Reizschwellen für Kälte und Wärme schon in einem Frühstadium erfasst werden. Die Pedografie dient zum Erkennen überhöhter Druckbelastungen auf die Füße beim Gehen. Die Erfassung der Nervenleitgeschwindigkeit ist eine weitere Untersuchungsmöglichkeit.

Nervenschäden behandeln

Basis der Behandlung einer sensomotorischen Neuropathie ist eine konsequente Diabetestherapie mit möglichst normalen Blutzuckerwerten, unterstützt durch Alkohol- und Nikotinverzicht. Der Sinn dieser Maßnahmen besteht vor allem darin, ein Fortschreiten der Nervenschädigung zu verhindern.

Daneben gibt es verschiedene Möglichkeiten, um die bei der Neuropathie auftretenden Schmerzen zu lindern. Neben reinen Schmerzmitteln bis hin zu Opiaten werden dabei häufig Antidepressiva oder Medikamente gegen Epilepsie eingesetzt. Auch Verfahren ohne Arzneimittel wie die elektrische Nervenstimulation (TENS) oder Hochtontherapie (hochfrequente Muskelstimulation) können positive Effekte haben.