Peritonealdialyse

Die Peritonealdialyse ist ein Verfahren, um bei Nierenversagen das Blut zu reinigen. Die Dialyseflüssigkeit wird dabei direkt in die Bauchhöhle geleitet

aktualisiert am 05.04.2017

Peritonealdialyse: Über den Katheter erhält der Patient die Lösung in die Bauchhöhle


Bei einem Nierenversagen, zu dessen häufigsten Ursachen eine diabetische Nephropathie zählt, müssen mittels Dialyse giftige Stoffwechselprodukte aus dem Körper entfernt werden. Dabei kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz:

  • Bei der Hämodialyse wird das Blut durch das Filtersystem einer aufwendigen Apparatur geleitet.
  • Bei der Peritonealdialyse oder Bauchfelldialyse findet die Blutentgiftung innerhalb des Körpers statt. Die schädlichen Stoffe werden dabei über das Bauchfell herausgefiltert.

So läuft die Peritonealdialyse ab

Das Bauchfell (Peritoneum) ist sehr gut durchblutet. Das wird bei der Peritonealdialyse genutzt, um giftige Stoffe und Abbauprodukte aus dem Blut in die Dialyselösung zu filtern. Dazu werden ungefähr zwei Liter dieser speziellen Spülflüssigkeit über einen fest implantierten Katheter in den Bauchraum geleitet. Da die Stoffe, die ausgesondert werden sollen, im Blut und in der Lösung in unterschiedlichen Konzentrationen vorhanden sind, wandern sie über das Bauchfell in die Dialyselösung. Dieser Austausch heißt auch Osmose.

Nach mehreren Stunden wird die Spülflüssigkeit abgelassen und durch eine neue ersetzt. Ein solcher Beutelwechsel muss bei der Peritonealdialyse mehrmals täglich stattfinden. Der Austausch kann auch von einem Apparat, vor allem über Nacht, übernommen werden.

Vorteile und Nachteile der Peritonealdialyse

Mit der Peritonealdialyse sind Patienten relativ unabhängig und flexibel. Nach gründlicher Schulung können sie zu Hause und sogar auf Reisen selbst die Spülflüssigkeit austauschen. Die Hämodialyse erfordert hingegen, dass Betroffene sich mehrmals pro Woche zur Blutwäsche für einige Stunden im Dialysezentrum einfinden.

Ein Nachteil ist allerdings die erhöhte Gefahr von Infektionen und daraus entstehenden Bauchfellentzündungen. Bei der Peritonealdialyse obliegt es überwiegend der Eigenverantwortung des Patienten, die Therapie fehlerfrei durchzuführen. Bei der Hämodialyse übernimmt diese Arbeit ein Klinik- oder Praxisteam.