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"Den Diabetes als Chance sehen"

Manchmal wirft die Diagnose Diabetes den kompletten Lebensplan um. Was dann? Interview mit Psychologin Eva Küstner

von Daniela Pichleritsch, 08.05.2017
Eva Küstner

Eva Küstner ist Diplom-Psychologin und Fachpsychologin Diabetes (DDG) aus Gau-Bischofsheim


Wie oft passiert es, dass Träume wegen des Diabetes platzen?

Pilot oder Polizist kann man in Deutschland damit nicht werden. Aber ansonsten gibt es eher wenige Einschränkungen. Ich erlebe jedoch, dass sich einige Typ-1-Diabetiker nach der Diagnose bewusst für einen Beruf entscheiden, in den sie ihr Wissen einbringen können, etwa Diabetesberaterin oder Fachpsychologe.

Häufig sind Menschen bei der Dia­gnose Typ-1-Diabetes ja noch sehr jung. Was bedeutet das für sie?

Sie möchten nach der Diagnose häufiger ihre Grenzen austesten. Nach dem Motto: Jetzt erst recht! Manche laufen dann zum Beispiel einen Marathon, fahren mit dem Rad durch die Wüste oder verbringen als Austauschschüler ein Jahr im Ausland.

Was hilft, um den Diabetes nach der Diagnose ins Leben zu integrieren?

Anfangs überwiegen oft Angst und Unsicherheit. Das ist normal. Da hilft es zu wissen: Das gibt sich, wenn man gelernt hat, seinen Diabetes zu managen. Wichtig ist der Glaube an sich selbst, das Gefühl: Ich ­schaffe das! Dabei helfen Schulungen, ­Gepräche mit einer Diabetesberaterin und Erfolgserlebnisse. Etwa dass man sich traut, Insulin zu spritzen, und dass die Werte besser werden.

Wie geht es Menschen mit Typ-2-Diabetes nach der Diagnose?

Sie haben oft das Gefühl, selbst an der Krankheit schuld zu sein. Viele befürchten, dass sie es nicht schaffen, abzunehmen oder sich mehr zu bewegen. Dann ist es wichtig, Hilfe zu suchen, etwa bei einer Ernährungsberaterin. Und den Diabetes als Chance zu sehen, mehr auf sich und seine Gesundheit zu achten.


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