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Schnelle Hilfe bei Rückenschmerzen

Es zwickt im unteren Rücken? Was Sie jetzt brauchen, damit es Ihnen auf Dauer besser geht

von Alexandra von Knobloch, 16.09.2019
Frau trägt Umzugskartons

Verspannungen oder Fehlbealstungen können Rückenschmerzen auslösen


"Kreuzweh ist wie eine Erkältung fast immer harmlos", sagt Professorin Dr. Annette Becker, Hausärztin und Rückenforscherin an der Universität Marburg. "Man quält sich ein paar Tage damit, dann wird es besser." Was aber, wenn die Schmerzen immer wieder kommen? "Dann muss man nach Ursachen forschen, die den Schmerz aufrechterhalten", rät die Expertin.

Auf Ursachensuche gehen

Manchmal lösen Verspannungen oder Fehlbelastungen wiederkehrende Rückenschmerzen aus. Oft findet der Arzt aber keine körperlichen Ursachen. Auch ein Röntgenbild oder eine Magnet­resonanztomografie helfen nicht weiter — und sie sind auch nur selten nötig. In diesem Fall raten Experten, sich nicht weiter mit der Suche nach körper­lichen Befunden aufzuhalten. Das ­mache oft nur übervorsichtig und verzweifelt, erklärt ­Annette Becker. Sinnvoller sei es dann, wenn der Arzt gemeinsam mit seinem Patienten dessen private, berufliche und psychische Situation genau unter die Lupe nimmt. Für eine erfolgreiche Therapie reiche es oft schon aus, den Alltag dauerhaft ein bisschen anders zu gestalten, sagt Martin Fischer, Physiotherapeut am ­­RFZ Rückenzent­rum Regensburg. Bringt die neue Arbeitsstelle zum Beispiel mehr sitzende Tätigkeit, hilft es, die Sitz­position öfter zu wechseln, an einem höhenverstellbaren Tisch im Stehen zu arbeiten oder regelmäßig ein paar Schritte zu gehen.

Überhaupt hat Bewegung bei der Therapie eine große Bedeutung. "Die Wirbelsäule ist superbelastbar", sagt Michael Richter, Leiter der Physiotherapie am Hamburger Rückenzentrum Am Michel. "Niemand muss Angst haben, etwas ­kaputt zu machen, wenn er sich bewegt." Jede Aktivität sei besser als Schonung. "Wer etwa trotz seiner Rückenschmerzen Volleyball spielen möchte, sollte das tun", sagt der Experte. Bewegung hilft zudem beim Stressabbau. "Die Rolle der Psyche sollte man bei Rückenschmerzen nicht unterschätzen", so Richter.

Bei hohem Risiko: Kombi-Therapie

Manchmal führen die Bemühungen, Stressfaktoren aus dem Privat- oder Berufsleben abzubauen, nicht zum Ziel — dann besteht ein hohes Risiko, dass die Schmerzen chronisch werden. In diesem Fall müssen mehrere Therapien zusammenwirken, um das Kreuz­weh einzudämmen: ­Idealerweise erarbeiten Experten mehrerer Fachrichtungen, etwa Ortho­päde, Schmerz-, Sport- und Physio­therapeut, gemeinsam einen Therapieplan. Er kann von Medikamenten über Verhaltenstherapie bis zu speziellen Muskelaufbautrainings verschiedene Behandlungen umfassen. "Dieser Ansatz erfordert Vertrauen und Geduld beim Patienten und Erfahrung bei den Therapeuten", sagt Physiotherapeut Martin ­Fischer. "Ist das gegeben, bestehen beste Aussichten, wieder zu einer guten Lebensqualität zu finden."

Kompass zur Soforthilfe

Gehen Sie sofort zum Arzt, wenn Sie Blase oder Darm nicht kontrollieren können oder Taubheitsgefühle entwickeln! In harmloseren Fällen ist das Ziel, möglichst rasch wieder mobil zu werden. Das hilft Ihnen dabei:

Schmerzmittel einnehmen oder als Gel oder Salbe auftragen. Klären Sie mit dem Arzt ab, welche schmerzstillenden Wirkstoffe für Sie infrage kommen, vor allem wenn Sie Blutdruck-, Herz- oder Nierenprobleme haben. Das gilt, insbesondere bei ­Nervenschäden, auch für die Anwendung von ­Wärmflaschen und Wärmepflastern.

Stufenlagerung bessert Schmerzen im Lendenbereich in den ersten Tagen: 3-mal täglich 15 Minuten.

Bewegung hilft oft am besten gegen Rückenschmerzen (eventuell vorher ein Schmerzmittel einnehmen). Ob Spazierengehen oder gezielte Übungen: Tun Sie, was Ihnen guttut!


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